12 November, 2019, 07:56

Wohin mit alter Technik?

Gerade in der kalten Jahreszeit laufen alle möglichen Elektrogeräte wieder auf Hochtouren. Es wird mehr gebacken und gekocht. Unterhaltungselektronik versüßt uns den Feierabend und dann kommt auch noch Weihnachten und versorgt viele mit neuen Smartphones, Kopfhörern und Laptops.

Dabei haben wir das alles meistens bereits zuhause. Wenn ein neues Gerät kommt, muss ein altes meist gehen. Oftmals bleiben all diese Geräte dann jahrelang im Schrank bis sie am Ende wirklich nur noch Elektroschrott sind. Dabei funktionieren die meisten davon bei Aufgabe noch einwandfrei.

Wenn es sich nicht gerade um ein Liebhaberstück handelt, landet alte Technik meist einfach im Schrank und später beim Schrott. © Wahyu Setiawan

Also wohin mit all dem Zeug?

Alles, was mit einem Stromkabel oder Batterien bzw. einem Akku betrieben wird, egal ob fest verbaut oder austauschbar, darf unter keinen Umständen in den Hausmüll. Das ist nicht nur nicht erwünscht, sondern tatsächlich verboten und laut Elektrogesetz illegal. Neuere Geräte tragen jetzt das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne. Das bedeutet: Dieses Produkt muss zwingend fachgerecht entsorgt werden.

Außerdem interessant, bei den meisten Rechnern können mehr als 80 Prozent der verwendeten Materialien recycelt werden. Bei den sonstigen Bergen an Müll ist das doch mal eine gute Nachricht.

Tipp: Egal, was ihr mit euren Geräten tut, solltet ihr Daten gespeichert haben, sollten diese vorher unbedingt sicher überschrieben oder zerstört werden.

Dinge, die noch in Ordnung sind

Mittlerweile gibt es einige Plattformen im Web, die sich auf den Verkauf von gebrauchter Elektronik und/oder Gegenständen spezialisiert haben. Dort kann man sein Produkt mit der jeweiligen Artikelnummer anbieten und bekommt dann, je nach Alter und Zustand, einen Preis angeboten. Bei den meisten schickt man die Produkte einfach zum jeweiligen Anbieter und bekommt dann direkt den Betrag überwiesen. Easypeasy also!

reBuy verkauft erneuerte Geräte wieder.

Natürlich kann man gut Erhaltenes nicht einfach nur verkaufen. Wenn dir der finanzielle Wert nicht so wichtig ist oder die Geräte zum Beispiel schon älter, aber gut in Schuss sind, kann man Elektronik natürlich auch verschenken. Besonders freuen sich darüber Einrichtungen, die spendenbasiert arbeiten oder die Geräte an Finanzschwache zu einem sehr leistbaren Preis weiterverkaufen.

Eine weitere Möglichkeit wäre das nicht mehr benötigte auf diversen Tauschbörsen zu tauschen. Das kommt natürlich nur in Frage, wenn man dieses nicht mit einem neuen Teil ersetzt hat. Dafür gibt es zum Beispiel auch Apps, wie Swapper.

Und was mache ich mit kaputten Geräten, die ich nicht wegschmeißen möchte?

Reparaturbedürftige Technik lässt sich zum Beispiel in einem der vielen Repair-Cafés in der eigenen Stadt reparieren. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch besonders nachhaltig. Auf Webseiten wie Kaputt.de findet man außerdem für jeglichen Defekt eines Elektrogeräts den passenden Reparaturservice. Auch Versandreparaturen sind möglich.

Was passiert eigentlich mit Elektroschrott?

Sollten deine Geräte tatsächlich völlig hinüber sein, wartet am Ende nur noch der Elektroschrott. Seit 2016 müssen alle Elektrohändler und auch Online-Shops, die eine größere Verkaufs- oder Lagerfläche als 400 qm haben, alte Elektronikgeräte zurücknehmen. Dabei gilt, wenn ein großes Gerät zurückgegeben wird und gleichzeitig ein neues gekauft wird, muss der Händler das Gerät kostenfrei zurücknehmen. Für kleine Geräte unter einer Kantenlänge von 25cm gilt ausnahmslos, egal ob Neukauf oder nicht, eine kostenlose Rücknahmepflicht.

Leere oder defekte Batterien sind meist noch leichter zu entsorgen. Viele Drogerien und Supermärkte haben eine extra Sammelbox, oftmals in Kassennähe, um die ausgedienten Teile einzusammeln. Also einfach beim nächsten Wocheneinkauf die alten Batterien einstecken und loswerden.

Solltet ihr keinen Saturn, Media Markt oder ähnlichen Elektronikhändler in der Nähe haben, muss der Elektroschrott zum Wertststoffhof. Die Post bietet außerdem einen Service namens Eleectroreturn an. Damit lässt sich Elektroschrott ganz einfach per Post kostenlos verschicken. Wie cool ist das denn?

Weitere Alternativen

Natürlich kann man funktionierende Geräte auch immer als Reserve behalten. Gerade, wenn ein Handy mal ausfällt, freut man sich über ein funktionierendes, wenn auch älteres Modell, das im Schrank schlummert. Aber Achtung: Liegen elektronische Geräte mit Akku längere Zeit völlig brach, entladen sich die Akkus vollständig und sind damit nicht mehr zu gebrauchen.

Außerdem sollte man am besten immer auf Technik setzen, die besonders langlebig, reparierbar oder austauschbar ist. Dafür kann man zum Beispiel auf Kriterien wie „Made in Germany“ achten. Smartphones und Laptops mit austauschbaren Akku kaufen oder sogar auf Geräte wie das Fairphone setzen, die komplett modular sind. Zudem gilt immer lieber auf Qualität sparen als ein Billigteil zu kaufen. Deutschland ist nämlich leider trauriger Spitzenreiter, wenn es um die Schrottmenge pro Einwohner*in geht. Ganze 22,8 kg pro Kopf.

Titelbild: Unsplash/© Ann Kathrin Bopp

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