19 November, 2018, 03:13

Was Amazon über dich weiß

Kaufst du regelmäßig bei Amazon? Wir auch. Was uns jedoch nicht bewusst war: Der Onlineshop sammelt so viele Daten von uns, dass er mehr über uns weiß, als unsere beste Freundin. Neben Namen, Adresse und Kreditkarteninformationen merkt sich Amazon nämlich alles, was wir jemals in die Suchzeile eingetippt haben – und noch mehr. Ein kleiner Überblick:

Dein Suchverlauf

Dass Amazon weiß, was du in den letzten Jahren dort gekauft hast, ist klar. Der Onlineshop weiß aber auch, was du nicht gekauft hast. Der Konzern speichert und analysiert sämtliche Produkte und Seiten, die du dir jemals dort angeschaut hast. Das muss natürlich nicht peinlich sein, könnte es aber durchaus. Zum Beispiel dann, wenn es um sexuelle Vorlieben geht.

Dein Fingerabdruck

Sobald du Amazon in deinen Browser eintippst und die Seite öffnest, kann der Konzern bereits sehen, wer du bist. Selbst dann, wenn du dich noch nicht in deinen Account eingeloggt hast. Das gilt sowohl für dein Smartphone als auch für den PC und ebenfalls, wenn du regelmäßig deine Cookies löschst. Dein Browser hinterlässt einen digitalen Fingerabdruck, der aus verschiedenen Merkmalen besteht: der Browserversion, dem Betriebssystem, der Zeitzone und mehr. Weil das insgesamt ziemlich viele Merkmale sind, kann ein genaues Profil von dir erstellt werden. So kann Amazon dich wiedererkennen, auch wenn du deinen Namen nicht preisgibst.

Deine Telefonnummer

In deinem Amazon-Benutzerkonto ist vermutlich deine Telefonnummer hinterlegt. Darüber hinaus speichert der Konzern jedoch auch alle Nummern, mit denen du bei der Kundenhotline anrufst. Es sei denn, du stellst diese vorher auf privat.

Deine Aufenthaltsorte

Natürlich kennt Amazon deine Lieferadresse. Was aber auch gespeichert wird, sind alle vorangegangenen Adressen, die du jemals genutzt hast. Also vermutlich, wo du aufgewachsen bist, studiert hast, im Ausland gelebt hast und wo du aktuell wohnst. Selbst wenn du die Adressen aus dem Konto löschst, behält Amazon für gewöhnlich eine Kopie.

Dein Persönlichkeitsprofil

Früher war Amazon vor allem für Bücher bekannt, mittlerweile kann man dort vom Klodeckel bis zum Kratzbaum wirklich alles bestellen. Aus all deinen Einkäufen erstellt Amazon ein Persönlichkeitsprofil, das zum Beispiel deinen Geschmack in Bezug auf Bücher, Filme oder Musik verrät. Anhand deines Kaufverhaltens könnte Amazon Rückschlüsse über deine politische Einstellung ziehen, welche Krankheiten oder sexuellen Vorlieben du hast und was dir im Leben gerade wichtig ist.

Deine Mausbewegungen

Bist du eher die langsame Leserin oder die wilde Scrollerin? Selbst deine Bewegungen mit der Maus kann Amazon auslesen und trackt jeden Klick und jede Interaktion im Shop. Damit möchte der Konzern herausfinden, was deine Aufmerksamkeit erregt und auf welche Werbeanzeigen oder Produktempfehlungen du reagierst. Diese werden dann entsprechend angepasst.

Und jetzt?

In seiner Datenschutzerklärung macht Amazon deutlich, dass der Konzern kein Interesse daran hat, persönliche Informationen ihrer Kunden zu verkaufen. Anstatt dessen nutzen sie diese lieber, um Produkte, Dienstleistungen und Werbeangebote individuell zu verbessern. Im Prinzip geht es also vor allem um maßgeschneiderte Produktempfehlungen und darum, Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

Was in Zukunft mit all den Daten passiert, lässt sich dennoch nicht voraussagen. Während der Datenschatz mit zahlreichen Persönlichkeitsprofilen immer weiter wächst, steigt nämlich auch die Gefahr auf Datenmissbrauch oder Hacker-Angriffe. Bevor wir unsere Daten unbedacht preisgeben, sollten wir das immer im Hinterkopf behalten.

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