Telekom Fashion Fusion: 5 Teams - 5 Visionen

Telekom Fashion Fusion: 5 Teams - 5 Visionen

[Werbung] Die Award Ceremony der Telekom Fashion Fusion Challenge rückt immer näher und wir sind schon mächtig gespannt, welches Projekt das Rennen in diesem Jahr für sich entscheiden wird. Letzte Woche haben wir in Berlin fünf wunderbare Teams getroffen, für die wir mit techandthecity.de Pate stehen und mit ihnen über ihre Ideen, Motivationen und Zukunftsvisionen geplaudert. Vorhang auf für Keypod, Network Nerves, Smart Orthosis, Radice und Interknitting!

Keypod

Wusstet ihr, dass wir im Durchschnitt sieben Schritte brauchen, um einfach nur zu einer App zu gelangen, die wir gerade nutzen wollen? Das Smartphone in der Tasche zu suchen und herauszukramen, den Screen zu entsperren und darauf herumzuswipen, bis wir die richtige Anwendung gefunden haben, sie zu öffnen und bedienen sind nur einige davon. Und sie kosten jedes Mal aufs Neue wertvolle Lebenszeit. Mal ganz von der Zeit abgesehen, die wir ohnehin schon den ganzen Tag vor dem kleinen Screen verbringen. Bei vielen von uns sind das sicherlich mehrere Stunden.

Genau diese Zeit möchte uns Keypod wieder zurückgeben. Das Projekt des israelischen Teams ist ursprünglich aus der Idee entstanden, ein Smartphone für blinde Menschen zu entwickeln. Taktile Geräte, die alles können, was ein normales Smartphone auch kann – bloß eben, ohne hinschauen zu müssen. Während ihrer Arbeit daran haben sie festgestellt, dass dieser Effekt nicht nur für blinde, sondern für alle Menschen interessant ist. „Immer wenn wir unser Smartphone herausholen, müssen wir dabei aufhören, etwas anderes zu tun“, erklärt mir Sharon Greenberg von Team Keypod. „Im Alltag und wenn wir unterwegs sind, wollen wir aber nicht immer auf den Screen starren müssen – sei es beim Sport, beim Radfahren oder beim Erkunden einer neuen Stadt. Manchmal möchten wir einfach im Moment leben.“

An dieser Stelle setzt Keypod an: Das junge Unternehmen erlaubt mithilfe von entsprechender Hardware und Software, sein Smartphone über in die Kleidung integrierte Knöpfe zu steuern. „Unser Produkt ermöglicht es Nutzer*innen, offscreen zu leben und die liebsten Apps trotzdem immer dabeizuhaben“, verrät Einat Israeli. „Playlisten, Fitness-Apps, Google Maps, Social Media – all das könnt ihr mit Keypod nutzen, und zwar nur mit einem einzigen Fingertipp.“ Alles was ihr wissen wollt, wird euch dann per Lautsprecher oder Kopfhörer mitgeteilt.

Momentan setzt Keypod mit seiner Idee vor allem auf die Zusammenarbeit mit Herstellern von Sportbekleidung. „Im Prinzip ist das Produkt jedoch in allen Lebensbereichen und sehr flexibel anwendbar – letztendlich bestimmt der Endkonsument, wo es verarbeitet wird“, meinen die beiden Gründer*innen. Wie Keypod die Zukunft der Mode beeinflusst? „In Zeiten des Internet of Things werden sich immer mehr Brands für tragbare Technik interessieren. Wir machen aus dem allgegenwärtigen Smartphone-Konsum eine bessere Erfahrung, indem wir ihn unsichtbar in den Alltag integrieren!“

Network Nerves

Stars im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben? Das geht möglicherweise schon bald mit dem innovativen Konzept von Network Nerves. Die beiden Hamburgerinnen Chiara Baier und Cynthia Becker möchten mit ihrem Design nicht nur ein einzigartiges Bühnenoutfit erschaffen, sondern auch eine Verbindung zwischen den Fans und dem Star auf der Bühne. Dafür haben sich die beiden Modestudentinnen überlegt, wie sie abseits von gängigen Techniken wie LEDs einen ähnlichen futuristischen, aber dennoch neuen Effekt mit Licht erzielen können. 

„Bei unserer Recherche sind wir auf andere fluoreszierende Dinge gestoßen, wie Flüssigkeit. Das Tolle daran ist, dass Flüssigkeit in Bewegung sein kann und eine eigene Dynamik entwickelt. Daraus ist die Idee entstanden, Flüssigkeit in kleinen Schläuchen auf einem Ganzkörperanzug zu drapieren, die so angeordnet sind wie das menschliche Nervensystem. Sie fließt mithilfe von Pumpen durch die Röhrchen.“ Das Nervengeflecht ist aber nicht die einzige Verbindung zum menschlichen Körper. Die Pumpen werden über äußere Faktoren gesteuert, wie den Puls des Trägers oder der Trägerin. Je nachdem, ob die Person nervös, aufgeregt oder müde ist, fließt auch die Flüssigkeit schneller oder langsamer. „Auf Konzerten erscheinen Stars auf der Bühne oft als fremd und unerreichbar. Mit Network Nerves schaffen wir eine emotionale Nähe und machen sie sichtbar.“

Welchen Star die beiden Designerinnen am liebsten ausstatten würden, liegt fast auf der Hand: Lady Gaga ist mir ihrem avantgardistischem Stil genau die Zielgruppe, an die sich das außergewöhnliche Design richtet. Jemand, der sich etwas traut und nicht der (modischen) Norm entspricht. Wir finden: Wenn Lady Gaga Looks von Marina Hoermanseder trägt, wieso dann nicht auch von Network Nerves? Wir drücken jedenfalls alle Daumen!

Smart Orthosis

Hand hoch: Wer von euch leidet nicht ab und zu an Rückenschmerzen? Fast jeder, der viel am Schreibtisch sitzt, kennt sicherlich dieses Gefühl. Im Alltag lassen sich Bewegung und Muskeltraining jedoch nicht immer und vor allem nicht sofort umsetzen und so wird das Problem im wahrsten Sinne des Wortes ausgesessen. Auch eine der beiden Mitbegründerinnen von Smart Orthosis hatte jahrelang mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Genau daraus entstand die Idee einer smarten Orthose, die uns im Alltag unterstützt und dabei hilft, die Haltung zu verbessern – und zwar mit ausgeklügelter Technik.

Die beiden Prototypen enthalten Technologien wie Vibration und Sensoren, die Wärme erzeugen. Die es auch im Alltag ermöglichen zu entspannen, wenn man Schmerzen hat und die dabei helfen, die Muskulatur nachhaltig aufzubauen. Während das eine Shirt vor allem den medizinischen Gesichtspunkt in den Vordergrund stellt, geht es bei dem anderen auch um modische Aspekte. Es ist sportlicher, experimenteller und macht deshalb auch Modemenschen Lust, es zu tragen.

Doch Smart Orthosis hieße nicht smart, wenn sich die Orthese nicht auch mit dem Handy verbinden ließe. „Für uns ist die Umsetzung etwas schwierig, weil wir keine Programmiererinnen, sondern Designerinnen sind“, erklären Lisa Feuchtner und Viktoria Hase. „Momentan arbeiten wir noch mit verschiedenen Apps, in Zukunft soll jedoch alles über eine einzige Anwendung gesteuert werden.“

Ihre Vision? Eine Orthese, die durch Technik personalisierbar ist und dementsprechend genau auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann. Weg vom medizinischen Image, hin zum modischen Statement. „Wir wollen Sichtweisen ändern und zeigen, wie gut sich die Produkte in den Alltag integrieren lassen. Smart Orthosis ist die perfekte Alternative für alle, die modeaffin sind und gleichzeitig etwas für ihre Gesundheit tun wollen.“

Radice

Laut dem DAK-Gesundheitsreport leidet jede*r zehnte Arbeitnehmer*in unter schweren Schlafstörungen. Das bedeutet konkret: an Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität oder Müdigkeit und Erschöpfung am Tag. Wer erkennt sich wieder? Das Team rund um Radice will genau hier helfen. Hinter ihrer Idee steckt ein Ecosystem aus smarter Schlafmaske, App und nützlichen Informationen rund um das Thema Schlaf, das euch in Zukunft wirksam ins Schlummerland schicken will.

„Radice ist wie ein Schlaflabor im Miniformat“, erklärt Mitbegründer Jonas Diezun. „Während man bei den Instituten allein drei Monate lang auf einen Termin warten muss, was für viele eine große Hürde ist, eignet sich der Mix aus Maske und App für den einfachen Gebrauch im Alltag.“ Mithilfe von Sensoren misst die Maske im Schlaf verschiedene Daten wie die Schlafphasen oder -Tiefe und analysiert sie anschließend in der App. Diese hilft abends dabei, ein Einschlafritual zu entwickeln – mit Atemtechniken, Sounds oder Meditationen. Morgens wird man von der Maske mit Tageslicht sanft geweckt, das Rücksicht auf die individuellen Schlafphasen nimmt. So fühlt man sich morgens nie wieder gerädert, sondern startet frisch und munter in den Tag.

Dabei enthält die Maske nicht nur viele smarte Features, sondern sieht dabei auch hochwertig aus. Keine riesige, schwarze Brille, die man sich nur ungern über die Augen zieht, sondern hübsche Designs aus zarter, antiallergener Seide. „Sie muss so schön sein, dass du dich in der Lufthansa First Class nicht dafür schämst“, meint Nele Köstler von Team Radice augenzwinkernd.

„Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren, um Energie zu gewinnen und wird im Vergleich zu Fitness oder Ernährung trotzdem immer noch stiefmütterlich behandelt. Mit Radice verknüpfen wir die Themen Fashion und Tech miteinander, um ein Problem zu bekämpfen, an dem viele Menschen leiden. Mode muss nicht immer nur schön aussehen, sondern kann auch funktional sein und einen tollen Beitrag leisten.“ Wir schreiben uns schon mal auf die Warteliste …

Interknitting

Was machst du, wenn deine Oma Ingenieurin und deine Mama Software-Entwicklerin ist? Richtig, Mode studieren. Zsófi Lévai  kommt aus einer echten Nerd-Familie und hat sich beruflich trotzdem für das genaue Gegenteil entschieden. Naja, zumindest fast. Als sie vor fünf Jahren ihr eigenes Label Interknitting gründete, begann sie gleichzeitig, sich mit neuen Materialien zu beschäftigen – was schließlich in einem Faible für Fashiontech endete. So weit fällt der Apfel also doch nicht vom Stamm …

Die Idee für ihre aktuelle Capsule Kollektion entstand bereits während des Masterabschlussprojekts in Budapest, wo sie Kleidung mit Elektronik verknüpfte. Für die Telekom Fashion Fusion Challenge hat Zsófi drei Sweater entworfen, die sich miteinander verbinden können, um Daten zu teilen und auszutauschen. Die Designerin möchte Technik dafür nutzen, um die menschliche Kommunikation zu verbessern, ohne Zeit vorm Bildschirm zu verbringen – als Meta-Kommunikation über Mode.

Den Mix aus natürlichen Materialien wie Wolle und Kaschmir sowie Technik findet Zsófi besonders interessant. „Ich glaube an tragbare Technologien, aber sie müssen auch wirklich tragbar sein. Mit harten Objekten funktioniert das nicht, aber wenn ich Technik mit weichen Materialien verbinde, ist es angenehm auf der Haut. Bei meinen Designs ist die Elektronik vom Stoff umhüllt, sodass sie die Haut weder von innen noch außen berührt.“ Für die Kollektion hat sich die Designerin von ihrer neuen Wahlheimat Berlin inspirieren lassen: Sie ist schwarz und unisex.

Moodboard Interknitting bei Telekom Fashion Fusion

Momentan ist Zsófis Mutter zu Besuch in Berlin und unterstützt sie bei dem Projekt. Natürlich nicht mit Stricken, sondern indem sie die Technik programmiert. Die beiden arbeiten schon seit der Abschlusskollektion zusammen und sind mittlerweile ein eingespieltes Team. „Am Anfang mussten wir gegenseitig unsere Sprache lernen, weil wir aus ganz verschiedenen Welten kommen. Während ich mir kalte oder warme Farben wünschte, hat meine Mama nach genauen Farbcodes gefragt“, erzählt Zsófi und lacht. „Unsere Gespräche beim Mittagessen drehen sich auch nicht um Kleidung, sondern um Blockchain oder Science-Fiction.“ Dass sie mal an einer Fashion-Show teilnehmen würde, hätte ihre Mutter nie im Leben gedacht.

Mit dem Projekt haben aber nicht nur Mutter und Tochter Grenzen in der Kommunikation überwunden, genauso sieht auch die Idee hinter Interknitting aus. „Kleidung hat viele Funktionen: Den Körper zu verstecken, zu schützen, sich gesellschaftlich anzupassen oder herauszustechen“, erklärt Zsófi. „In Verbindung mit Technik erreicht Kleidung ein neues Level, das es vorher nie gab. In den letzten Jahre haben sich viele neue Wege entwickelt, um miteinander zu kommunizieren – seien es Telefon, Textnachrichten oder Skype. Ich möchte genau diesen Ansatz für die Mode schaffen.“

Fotos: techandthecity.de/PR

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