20 August, 2019, 14:31

So viel Wasser verbraucht Technik

Happy World Water Day. Heute ist Weltwassertag. Doch was bedeutet das eigentlich?

Seit 1993 wird der Weltwassertag gefeiert. Er soll darauf aufmerksam machen, dass wir weltweit für sauberes Trinkwasser, Gewässerschutz und einen ressourcenschonenden Umgang mit Wasser kämpfen sollten. In diesem Jahr lautet das Motto des Tages: Niemanden zurücklassen – Wasser und Sanitärversorgung für alle.

Warum das wichtig ist? Wir profitieren in den Industrieländern oftmals von den Ressourcen des globalen Südens. Viele unserer Industriegüter und Lebensmittel werden in Ländern hergestellt, die unter Wasserknappheit zu leiden haben. Und dennoch werden dort unsere Konsumgüter unter oftmals extrem hohen Wasserverbrauch produziert – während die Bevölkerung kaum Zugang zu sauberem, und ausreichendem, Trinkwasser hat.

Anlässlich des Weltwassertags haben wir uns gefragt: Wie sieht eigentlich der Wasserverbrauch im Technikbereich aus? Können wir auf bestimmte Dinge achten, wenn wir uns für Technik entscheiden?

Wieviel Wasser verbrauchen wir im Haushalt durch Technik?

Zunächst einmal können wir darauf schauen, wieviel Wasser wir überhaupt im Alltag verbrauchen. In Deutschland liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei circa 130 Litern pro Tag – zum Wäsche waschen, kochen, duschen, auf Toilette gehen. Das ist im Vergleich zu anderen Industrieländern durchaus niedrig. Doch schauen wir darüber hinaus auf den sogenannten virtuellen Wasserverbrauch, sieht es für uns schon gar nicht mehr so gut aus.

Der virtuelle Wasserverbrauch gibt an, wieviel Wasser wir auch durch unseren Konsum verbrauchen. Dabei spielen vor allem Lebensmittel eine maßgebliche Rolle, aber eben auch Technik, Fahrzeuge, Papier und Kleidung. Neben dem berühmten CO2-Fußabdruck gibt es also auch den Wasserfußabdruck. Demnach verbrauchen wir in Deutschland etwa 5300 Liter pro Tag pro Einwohner*in. Dabei machen 70 Prozent dieses Verbrauchs Lebensmittel aus. Die restlichen Prozente verteilen sich auf den wirklichen Wasserkonsum und industriellen Verbrauch – also auch Technik & Co.

Bei einem Computer sind es 20.000 Liter Wasser, die ein einzelnes Produkt in der Herstellung kostet. Dafür könnte man 133 Mal ein Vollbad nehmen. Viele der verwendeten Rohstoffe für einen Computer haben einen sehr hohen Wasserverbrauch und der Abbau selbst richtet oftmals ökologische Schäden an. Allein ein Mikrochip verbraucht in der Herstellung 32 Liter. Eine ganze Platine liegt bereits bei 4165 Litern. Ein Handy wiegt da mit circa 1000 Liter Wassern weitaus weniger. Richtig absurd wird es bei Fahrzeugen. Ein Neuwagen kostet uns durchschnittlich 400.000 Liter Wasser.

Zahlen von Waterfootprint.org und Planet Wissen

Was kann ich tun, um meinen Wasserfußabdruck zu verkleinern?

Bei Lebensmitteln ist es relativ simpel. Je weniger das Essen um die Welt reisen musste, desto geringer ist der Wasserverbrauch. Im Endeffekt spart regionales und saisonales Essen also am meisten Wasser. Außerdem schlagen tierische Lebensmittel weitaus mehr zu Buche als pflanzliche. Ein Schweineschnitzel verbraucht circa 1200 Liter Wasser, ein Liter Milch auch stolze 1000 Liter.

Bei den Alternativen für Technikprodukte sieht es schon schwieriger aus. Denn wir können oftmals nicht einfach, wie auf das Schnitzel, auf unseren Computer oder das Smartphone verzichten. Was den eigenen Wasserfußabdruck verringert, ist auf gebrauchte Geräte zurückzugreifen. Je länger sich ein Gerät im Umlauf hält, desto eher „rentiert“ sich der Wasserverbrauch der Herstellung. Im Internet gibt es mittlerweile gute Anbieter, die die Geräte erst nach Reparatur und/oder Aufbereitung weiterverkaufen.

Beim Auto ist die Sache klar. Ob man wirklich einen Neuwagen braucht, sollte man sich vor einem Kauf gut überlegen. Oftmals kann ein Gebrauchtwagen oder vielleicht sogar Carsharing die ökologisch sinnvollere Möglichkeit sein.

Um aktiv Wasser zu sparen, also den wirklichen Wasserverbrauch zu verringern, kann man Zuhause zum Beispiel wassersparende Duschköpfe und Toilettenspülungen einsetzen. Auch die richtige Wahl des Geschirrspülers und der Waschmaschine sind ausschlaggebend dafür, wie man den eigenen Wasserverbrauch verringern kann. Um den Wasserverbrauch im aktiven Verbrauch zu senken, muss die Durchflussmenge an der Armatur gesenkt werden. Dies bedeutet auch, je geringer der Wasserdruck, desto geringer der Wasserverbrauch.

Habt ihr weitere Ideen, um aktiv Wasser zu sparen?

Vorschaubild: © Imani/unsplash.com

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