20 July, 2019, 00:51

Shareconomy: Teilen in der Nachbarschaft

In den letzten Monaten haben wir euch immer wieder spannende Share Economy-Konzepte vorgestellt. Und auch im Nachbarschaftsbereich tut sich einiges. Was früher absolut normal war – sich gegenseitig aushelfen – ist heute in der Anonymität der Großstadt oftmals verschwunden. Nachbarschaftsnetzwerke und diverse Online-Plattformen möchten dies ändern und die gute, alte Nachbarschaft wieder beleben. Welche Konzepte es dafür gibt, haben wir uns mal für euch angeschaut.

nebenan.de

Nebenan.de ist das soziale Netzwerk unter Nachbar*innen. Hier kann man sich leicht mit dem eigenen Viertel, innerhalb des eigenen Hauses oder der ganzen Straßen vernetzen. Von Babysitting bis hin zur gemeinsamen Gartenbewirtschaftung ist hier vieles denkbar. Außerdem gibt es einen sogenannten Marktplatz, auf dem Produkte oder Mietdinge angeboten werden. Nebenan.de möchte dabei mithelfen, dass sich dank des Online-Tools Menschen auch im echten Leben wieder mehr vernetzen. Zum gemeinsamen Austausch gibt es außerdem Gruppen und selbst Veranstaltungen lassen sich bequem online anlegen. Außerdem gibt es nebenan.de auch als App zum Download.

© Screenshot Nebenan.de

Nextdoor

Auch Nextdoor ist ein privates, soziales Netzwerk für die Nachbarschaft. Nextdoor kommt ursprünglich aus den USA und möchte seit 2017 den deutschen Markt erobern. Auch in weiteren Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, sind sie bereits aktiv. Ebenfalls als App erhältlich lassen sich so ganz einfach Gegenstände wie Leiter, Hammer oder Mixer unter der Nachbarschaft ausleihen und sharen. Dabei ist Nextdoor nicht nur auf die Großstädte beschränkt. Mit etwas Glück findet man auch in kleineren Ortschaften angemeldete Nachbar*innen. Außerdem erfrischend, das Tech-Startup strotzt vor Women in Tech. CEO ist Sarah Friar, die vorher Square erfolgreich an die Börse brachte. Sarah Leary ist Mitgründerin von Nextdoor und war vorher längere Zeit bei Microsoft tätig.

© Nextdoor

Netzwerk Nachbarschaft

Die Seite Netzwerk Nachbarschaft setzt auf Informationen. Hier bekommt man zahlreiche gute Tipps, wie man in der eigenen Nachbarschaft etwas bewirken kann. Und wie man vor allem offline eigene Initiativen gründen kann und mit der eigenen Nachbarschaft ins Gespräch kommt. Das Netzwerk Nachbarschaft ist also mehr Ratgeber als Social Network und genau das braucht es auch zusätzlich, denn hier kann man von Expert*innen lernen, wie man es schafft den Sharing-Gedanken wirklich offline umzusetzen. Im Netzwerk geht es oftmals um den interkulturellen Austausch, gemeinsame Begrünungsaktionen oder um Solidarität im Kampf gegen die zunehmende Gentrifizierung. Die Gründerin des Netzwerks Erdtrud Mühlens wurde für ihr Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

© Netzwerk Nachbarschaft

Ebay Kleinanzeigen

Bei Ebay Kleinanzeigen wird man im Grunde genommen alles in der Nachbarschaft los oder findet selbst ein Schätzchen. Es wird nicht unbedingt nur verkauft, sondern vieles auch verschenkt. Wirkliches Teilen ist das zwar nicht, aber im Grunde werden die Dinge dennoch von mehreren Menschen genutzt. Dabei begrenzt sich Ebay Kleinanzeigen meistens nicht nur auf die unmittelbare Nachbarschaft. Für eine schöne verschenkbare Sache fahren manche auch mal quer durch die ganze Stadt, um sich etwas Schönes abzuholen. Und auch wenn Ebay Kleinanzeigen längst das klassisches, schwarze Brett abgelöst hat, so kann man die eigene Anzeige ebenso ausdrucken und offline im nächsten Supermarkt aufhängen.

© Ebay Kleinanzeigen

Nachbarschaft.net

Nachbarschaft.net setzt vorrangig auf die mobile Anwendung – obwohl das Netzwerk auch in der klassischen Desktop-Version verfügbar ist. Hier sollen wiederum nicht nur Dinge geteilt werden, sondern vor allem auch Zeit. Wer kommt mit zum joggen? Wer hat Lust auf Kino? Vielleicht gibt es sogar jemanden im Umkreis, der mit mir Tennis spielen möchte? Auf Nachbarschaft.net sind all diese großen und kleinen Anfragen möglich. Angemeldet wird sich verifiziert mit Personalausweis und dann kann es auch schon losgehen mit der Nachbarschaftsentdeckung.

© Nachbarschaft.net

Lokalportal

Das Lokalportal geht noch ein wenig weiter als die bisherigen Nachbarschaftsnetzwerke. Hier sollen nicht nur Dinge geteilt werden, sondern vor allem auch Nachrichten und Informationen. Das Lokalportal setzt neben der Hundesitter-Anzeige und der zu verleihenden Bohrmaschine auf Lokaljournalismus. Was die Nachbarschaft wirklich interessiert? Na alles, was in ihrer Community passiert. Und davon bekommen die Meisten heutzutage viel zu wenig mit bzw. wird es für lokale Medien immer schwieriger sich am Markt zu halten. Genau so ist auch die Idee zu Lokalportal entstanden. Sebastian Penthin wollte ein soziales Netzwerk und schauen, wie sich Nachbarschaft in Zukunft definieren wird. Die Neue Westfälische wollte es schaffen sich am Markt zu halten und die sinkenden Anzeigenverkäufe auffangen. Die Idee für das Lokalportal war geboren. Hier finden sich nun also, zunächst auf NRW ausgelegt, Nachrichten und Nachbarschaftsanfragen, die für einen regelmäßigen, gesunden Austausch unter Nachbar*innen sorgen.

© Lokalportal

Habt ihr euch schon online mit der Nachbarschaft verbunden? Welche Plattformen habt ihr dafür genutzt?

Teaserbild: © Breno Assis/Unsplash.com

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