9 December, 2018, 23:37

Women in Tech: Nina Julie Lepique – Co-Founderin von femtasy

Die fabelhafte Idee hinter femtasy hatten wir euch vor einigen Monaten bereits in diesem Artikel vorgestellt. Damals noch in der Beta-Phase, wurde die Plattform mit erotischen Hörgeschichten für Frauen inzwischen ganz offiziell gelauncht und seitdem hat sich einiges getan: Sie ist hübscher, diverser und intimer als zuvor. Wir haben mit Co-Founderin Nina Julie Lepique im Interview darüber gesprochen, was und wer hinter femtasy steckt, woher sie ihre Inspirationen nehmen und welche Visionen sie für die Plattform hat.

Gründerteam von femtasy

Tech and the City: Was ist femtasy und wie funktioniert die Plattform?

NJL: femtasy ist eine Online-Plattform für erotische Hörgeschichten, die insbesondere von Frauen zur Selbstbefriedigung genutzt wird.

All unsere Aufnahmen können online gestreamt werden auf einer Jugend- und Datenschutzkonformen Plattform ohne Nacktheit, ohne Spam, ohne Kontaktanzeigen oder sonstigem „Schmuddelfaktor“.

Auf femtasy selbst können unsere Nutzerinnen sich innerhalb von verschiedenen Fantasien, drei Intensitäten (sanft – intensiv – hardcore) und diversen männlichen und weiblichen Stimmen ihre liebsten „sexy Sprachnachrichten“ raussuchen und so ihre intimsten Fantasien zum Leben erwecken.

TATC: Wer steckt hinter dem Projekt?

NJL: Gegründet haben femtasy mein Mitgründer und Lebenspartner Michael Holzner und ich. Wir kommen beide aus dem Digitalbereich, allerdings aus klassischen BWL-Disziplinen wie Strategie und M&A. Seit drei Jahren sind wir ein Paar, leben gemeinsam in Köln und arbeiten zusammen mit unserem sechsköpfigen Team mit ganzem Herzen und voller Leidenschaft an femtasy.

TATC:  Wie bist du auf die Idee gekommen?

NJL: Ich habe immer wieder in Gesprächen mit Freundinnen live die Unzufriedenheit und Frustration vieler Frauen über die damals verfügbaren Erotik-Inhalte mitbekommen. Es war ihnen zu schmuddelig oder zu wenig auf die weiblichen Bedürfnisse gemünzt. Sie fanden sich viel zu häufig in einer (vermeintlich) auf die männlichen Fantasien und Schönheitsideale ausgerichteten Welt. Das wollten Michael und ich ändern und haben eine Studie rund um die weibliche Sexualität und Selbstbefriedigung mit über 1500 Frauen durchgeführt. Heraus kam: Frauen brauchen ihre Fantasie, lieben das eigene Kopfkino und visuelle Inhalte (Pornos!) reizen sie deshalb gar nicht unbedingt… Gleichzeitig sind auditive Reize ein super emotionaler Zugang zu Menschen. Klar wird das, wenn man an Musik, Kinderschreien oder die Stimme eines geliebten Menschen denkt. So ist die Idee für femtasy und unsere sexy Sprachnachrichten entstanden…

TATC: War es einfach, Investoren für femtasy zu finden?

NJL: Ich glaube eine Finanzierungsrunde ist nie einfach – und schon gar nicht, wenn du gemeinsam mit mehrheitlich männlichen Business Angels ein Erotik-Produkt für Frauen finanzieren möchtest. Einigen fehlte die Vorstellungskraft, anderen potenziellen Investoren war das Thema zu heiß. ABER am Ende hat es ganz wunderbar geklappt und wir haben einen grandios tollen Gesellschafterkreis an Bord auf den ich sehr, sehr stolz bin. Übrigens haben wir auch drei ganz besondere Frauen als Investorinnen an Bord – das freut mich ganz besonders.

TATC: Woher kommen die Inspirationen für die Hörgeschichten?

NJL: Unsere Aufnahmen sind von unseren Studien-Erkenntnissen abgeleitet. Wir haben ganz genau nachgefragt und getestet, welche Stimmen, welcher Plot, welche Ausdrücke, welche zeitlichen Dauern und welche Fantasien am besten funktionieren – und welche eben auch so gar nicht. Daraus haben wir ein Konzept mit Rahmenbedingungen entwickelt, mit welchem die Autor*innen arbeiten. Innerhalb diese „Leitpfosten“ lassen sie dann ihrer Fantasie allerdings völlig freien Lauf… woher sie die Inspiration wiederum nehmen, kann ich nur mutmaßen. 😉

TATC: Welche Schwierigkeiten gab/gibt es bei der Umsetzung?

NJL: Unsere größte Herausforderung ist sicherlich die Vermarktung: Unser Produkt ist innovativ und das Konzept von erotischen Tonaufnahmen zur Selbstbefriedigung neu. Deshalb suchen wenig Frauen aktiv, zB über Search Engines danach. Hinzu kommt, dass die Vermarktung von Erotik-Inhalten in Deutschland rechtlichen Limitationen unterworfen ist. Auch große Vermarktungsnetzwerke, wie Instagram und Facebook, gehen extrem strikt vor, was Online Advertising von „sexual goods and services“ betrifft. Aber Herausforderungen sind dazu da um sich ihnen zu stellen – und das machen wir mit großer Leidenschaft. 🙂

TATC: Wie sucht ihr die Sprecher*innen aus?

NJL: Wir sind in der dankbaren Situation, dass sich Sprecher*innen bei uns melden und große Lust haben für uns zu arbeiten. Darüber freuen wir uns riesig. Alle Sprecher*innen nehmen eine bestimmte Probeaufnahme auf, die wir uns anhören, Feedback geben und, wenn wir Potenzial sehen, mit einem Teil unserer Nutzerinnen teilen. Wenn die jeweilige Stimme dann auf Gegenliebe stößt, schließen wir einen Vertag mit unseren Sprecher*innen und los geht’s…

TATC: Wie ist das Feedback bisher? Gab es auch negative Stimmen und wenn ja, welche?

NJL: Wir sind super happy – jeden Tag bekommen wir tolle, begeisterte, dankbare, lobende und teilweise sogar sehr emotionale Nachrichten. Erotik-Inhalte bewirken manchmal eben doch mehr als pure Lustbefriedigung. Das Feedback ist bisher echt super gut. Negative Stimmen gibt es bisher tatsächlich noch gar nicht wirklich – uns erreicht natürlich auch konstruktives Feedback, aber immer mit der Intention uns zu helfen unser Produkt besser zu machen, von Nutzerinnen, die unser Konzept grundsätzlich super finden.

TATC: Wie hoch ist der Anteil an Frauen und Männern, die eure Geschichten hören?

NJL: 90 Prozent unserer Nutzerinnen sind Frauen – 10 Prozent sind Männer. Hinter beiden Geschlechtern verstecken sich aber auch Nutzer, die unsere Aufnahmen mit ihrer Partnerin / ihrem Partner nutzen… auch eine schöne Sache, wie wir finden. 🙂

TATC: Was sind deine Ziele für femtasy?

NJL: Unser größtes Ziel ist es ein Produkt zu entwickeln, welches viele Frauen immer wieder sehr glücklich macht. Befriedigt. Selbstbewusster macht.

Unser großes Ziel ist es, einen geschützen Raum für Frauen schaffen, in dem sie ihre Sexualität genießen, kennenlernen, erkunden und ausleben können – mit den passenden Inhalten dazu.

Die Sexualität ist ein super wichtiges Thema – egal, ob es um die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und Geist oder um allumfassendere Aspekte wie female empowerment und Gleichstellung zwischen Mann und Frau geht. Da gibt es viel zu tun und teilweise auch noch zu enttabuisieren – und da versuchen wir – aus echter Überzeugung – unseren Teil beizutragen.

TATC: Was sind deine drei Lieblingsapps?

NJL: Ich hab vier: Slack, Spotify, Stripe und Shazam. Die beste PWA der Welt ist natürlich femtasy.com 😉

TATC: Welches technische Gerät muss deiner Meinung nach unbedingt erfunden werden?

NJL: Ich bin von allem, was die Weltmeere reinigt und die gesamte Erde von der Plastik-Last erleichtert, begeistert. Da muss auf jeden Fall noch viel erfunden werden – und vor allem noch einiges an Umdenken bei den meisten von uns stattfinden.

Vielen Dank für das Interview, liebe Julie! Falls ihr femtasy gerne mal ausprobieren möchtet, bekommt ihr mit dem Code techandthecity50 50 Prozent Rabatt auf den ersten Monat und zahlt nur 4,99 anstatt 9,99 Euro. Happy Me-Time!

Fotos: Mareen Fischinger

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