26 April, 2019, 01:47

Nachhaltige(re) Alternativen für technische Geräte

Immer mehr und immer häufiger sprechen wir über Nachhaltigkeit. Das liegt vor allem daran, dass die Zeit immer deutlicher zu drängen scheint. Und auch vor der Tech-Branche macht das Thema natürlich nicht Halt.

Gerade im Technikbereich gibt es einige Punkte, über die wir konkreter nachdenken sollten. Vor allem in der energieaufwendigen Herstellung werden etliche Rohstoffe benötigt, die bei einigen Teilen nicht unbedenklich gewonnen werden. Auch diverse Kunststoffe werden in der Technikbranche in hohem Maße gebraucht. Und dass Plastik und das Entsorgungs- und Recyclingproblem immer deutlicher werden, zeigen nicht zuletzt Zahlen wie diese.

„Bis 2050 wird mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische.“
„Jährlich überfluten rund 10 Millionen Tonnen Plastikmüll die Weltmeere.“

– DeutscheUmwelthilfe

Außerdem kann die Welt ihre Augen auch nicht mehr vor den Elektroschrottfriedhöfen in afrikanischen Ländern wie Ghana verschließen. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach seltenen Metallen wie Kobalt, Coltan oder Gold. Der Abbau dieser Metalle ist nicht unumstritten und findet zumeist in Ländern statt, in denen Arbeits- und Umweltschutz noch längst kein Thema ist. Außerdem finanzieren z.B. im Kongo Milizengruppen mit dem Abbau dieser seltenen Rohstoffe ihre Waffen. Damit unterstützen Unternehmen, die im Kongo ihre Metalle erwerben, direkt den Fortbestand des Bürgerkriegs. Allein in einem Smartphone sind bis zu 30 verschiedene Metalle verbaut. Einige Technikfirmen sprechen sich mittlerweile öffentlich gegen den Kauf von sogenannten Konfliktmineralien aus dem Kongo aus. Dazu gehören u.a. Samsung und Intel.

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk

Und als wäre das nicht schon genug, ist es auch wichtig, wieviel Energie die eingesetzten Geräte verbrauchen und damit auch dafür sorgen, inwieweit wir auf immer mehr Energie angewiesen sind. Bei dieser Gelegenheit kann man direkt mal über einen Wechsel zu Ökostrom nachdenken.

Was also sind die Alternativen?

Selbstverständlich machen sich schon länger kluge Köpfe Gedanken um diese umweltproblematischen Aspekte, weswegen es auch in der Technikbranche immer mehr nachhaltigere Alternativen zu den herkömmlichen Produkten gibt. Ein paar von ihnen möchten wir euch heute vorstellen.

Das Smartphone

Wie in der oben abgebildeten Grafik zu sehen ist, werden für die Herstellung unserer Smartphones allerlei Ressourcen benötigt. Gerade die seltenen Mineralien Coltan und Gold sind ein Problem. Sie werden mitunter in Minen abgebaut, die sich diktatorischen Konfliktregionen befinden und/oder Kinderarbeit unterstützen.

In den letzten Jahren haben sich zwei Anbieter besonders hervorgetan, die versuchen wollen den Handy-Markt zu revolutionieren. Fairphone und Shiftphones setzen beide auf konfliktfreie Materialien, faire Arbeitsbedingungen und einen nachhaltigen Ansatz. Außerdem wird Modularität großgeschrieben, was bedeutet, dass man Reparaturen selbst durchführen und nahezu jedes Teil einzeln austauschen kann. Das sorgt selbstverständlich dafür, dass die Lebensdauer der Geräte maßgeblich erhöht werden und weniger Ressourcen verschwendet werden. Außerdem sorgen die transparenten Unternehmen bei Rückgabe wird eine richtige Entsorgung bzw. recyceln die Rohstoffe.

Links: Fairphone – Rechts: Shiftphone

Die Zahnbürste

Elektrische Zahnbürsten benötigen zwar nicht so viele bedenkliche Metalle wie Smartphones, sind aber dennoch nicht besonders nachhaltig in ihrer Herstellung und vor allem auch in ihrem Vertrieb.

happybrush möchte das ändern. Die beiden Gründer verfolgen zu ihrem fairen Unternehmensansatz auch nachhaltige und soziale Ziele. Fair soll am Ende aber nicht nur der Preis für die/den Endverbraucher*in sein, sondern auch für die an der Produktion beteiligten Menschen. Bei der Umverpackung setzt das Unternehmen aus München auf Karton statt auf Plastik. Ein Teil der Gewinne geht an den Verein Viva con Agua, der sich für einen sicheren und sauberen Trinkwasserzugang für alle Menschen einsetzt. Mit den bisherigen Erlösen konnte bereits ein Brunnen in Äthiopien finanziert werden.

Quelle: © happybrush

Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschränke & Co.

In Produktion und Ressourcenschonung gibt es leider noch keine wirklich besonders nachhaltigen Alternativen. Aber dennoch lässt sich auch bei diesen Haushaltsgeräten einiges nachhaltiger machen, wenn man sich genau umschaut.

Vor allem der Wasser- und Stromverbrauch sind hier die maßgeblichen Informationen, die angeschaut werden sollten, wenn man sich beim Kauf eines neuen Gerätes umschaut. Außerdem sollte immer die niedrigste Energieeffiziensklasse (A+++) gewählt werden. Mittlerweile gibt es zudem viele Hersteller, die besonders ressourcensparende Eco-Programme eingebaut haben. Bei konsequenter und effektiver Nutzung können diese dafür sorgen, dass man seinen eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich verringert. Zudem sollte man darauf achten immer nur Geräte zu kaufen, die wirklich den eigenen Ansprüchen entsprechen. Je größer das Gerät, desto höher der Energieverbrauch.

Besonders sparsame, und damit nachhaltigere Geräte, sind zum Beispiel die Waschmaschinen von Siemens WU14Q440 oder AEG L8FE74485. Die Geschirrspüler von Bosch SMV88TX36E oder AEG FSE5360Z oder auch der Kühlschrank von Bauknecht KRIE 2124 A+++. Weitere nachhaltigere Haushaltsgeräte findet man zum Beispiel in den Bestenlisten von Utopia.

Der Laptop

Beim Laptop ist vor allem entscheidend, wie gut sich die Einzelteile austauschen und reparieren lassen. Denn noch immer gilt: Je weniger wir neu konsumieren müssen, desto nachhaltiger agieren wir. Das heißt, im Falle eines toten Akkus, lässt sich mit dem richtigen Laptop nur der Akku austauschen und nicht das gesamte Gerät. Genauso wie Festplatte, Grafik- oder Soundkarte oder das Display. Aber auch hier ist wieder der Herstellungsprozess entscheidend. Woher kommt das verwendete Coltan? Wird mein Altgerät zurückgenommen und recycelt? Wenn darüber Unsicherheit besteht, hilft auf jeden Fall immer die direkte Nachfrage beim Hersteller.

Mithilfe von Crowdfunding beweist auch hier die Firma Shiftphones ein weiteres Mal Pioniergeist. Das erfolgreiche Funding hilft dem Familienunternehmen ihre Produktpalette zu erweitern. Schon bald wird es ein sogenanntes SHIFTmu zu erwerben geben (ist bereits hier vorbestellbar). Dieses All-in-One-Device verspricht nicht mehr nur Smartphone, sondern eben auch Tablet und leistungsstarkes Notebook zu sein und kommt dabei ganz ohne Coltan aus.

© Shiftphones

Die Beleuchtung

Bereits seit 2009 hat die EU Regelungen zur energieeffizienteren Beleuchtung umgesetzt. Und natürlich scheinen Energiesparlampen mittlerweile gang und gäbe zu sein, aber auch hier kann man zuhause sicherlich noch das ein oder andere optimieren. Was viele nicht wissen, LED-Lampen sind nochmals sparsamer als herkömmliche Energiesparlampen und unterstützen damit nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch das direkte Einsparen von Strom. Beim nächsten Kauf also gerne mal drauf achten, welche „Glühbirne“ da in den Einkaufswagen wandert. Seit 2014 wird das von Haushaltsgeräten bekannte EU-Energielabel auch bei Lampen eingesetzt. A oder A+ sind hier die richtige Wahl.

Titelbild: © Gem & Lauris RK/unsplash.com

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