27 June, 2019, 11:18

Mit dem E-Roller Richtung Sommer: Der unu Scooter im Test

Wenn die Sonne langsam ihre Kraft in Berlin zeigt und man am liebsten gar nicht mehr in der S- oder U-Bahn feststecken möchte, ist doch wohl die beste Zeit um einen Elektroroller zu testen. Drei Wochen durfte ich mit dem unu durch die Hauptstadt flitzen und ich kann direkt mal vorwegnehmen, dass mir das gute Stück mächtig ans Herz gewachsen ist.

Zugegeben, ich musste mich erstmal an das sehr leichte Fahrgefühl gewöhnen. Nicht nur der unu selbst ist dabei ein Fliegengewicht, sondern überzeugt auch durch eine Wendigkeit, die man von anderen Rollermodellen nicht unbedingt gewöhnt ist. Nach ein paar Kilometern war das aber gar kein Thema mehr. Im Gegenteil, sorgt die Leichte doch für einige Vorteile. Gerade das Abstellen und „Verschieben“ ist super einfach und auch für Menschen mit Wabbelarmen wie ich sie habe, gar kein Problem.

Bequemer durch die Stadt mit dem Elektroroller

In der Zeit meines Tests habe ich so gut wie jeden Termin mit dem unu Roller wahrgenommen. Und es stimmt: Mit dem Elektroroller durch die Stadt ist definitiv die schnellste, und für mich auch bequemste Variante. Endlose Wartestaus an Baustellen und Co. sind passé und auch durch kleine, engere Straßen fährt sich so ein Roller wesentlich besser als ein Auto. Bei meinem Termin angekommen, brauche ich nicht stundenlang einen Parkplatz suchen, sondern kann eigentlich fast immer den Roller ganz bequem direkt vor dem Büro, Café oder Veranstaltungsort abstellen. Das Schöne: Der Helm wird einfach am Roller gesichert, sodass man die Hände weiterhin frei hat und nichts unnötig mitschleppen muss.

Pure Lebensfreude auf dem Unu Scooter Classic

Zurück zu Hause wird der unu ebenfalls direkt vor der Tür geparkt, was auf jeden Fall immer wieder für einige neugierige Blicke der Nachbar*innen gesorgt hat. Einmal wurde ich auch direkt angesprochen und wir haben uns über Elektromobilität und die Verwendung der dazugehörigen Batterien ausgetauscht. Wie oft kommt das schon mal mit jemand Fremden vor?

Apropos Batterie. Ich hatte ja wirklich Bedenken, ob es mich nerven wird, jedes Mal wieder die Batterie rauszuholen und in der Wohnung anzustecken. Doch genau das macht ja auch den Elektroroller so komfortabel. Keine Sucherei einer geeigneten Ladesäule, sondern einfach parken, Batterie unter dem Sitz entnehmen und nach Hause gehen. Einziger Wermutstropfen: Das gute Stück wiegt für meinen Geschmack ganz schön viel. Ich habe häufig noch eine Tasche mit Laptop und Einkäufe dabei. Alles zusammen kann dann schon eine ordentliche Plackerei werden, weswegen ich des Öfteren ganz froh war nur in den zweiten Stock zu müssen. Menschen, die darüber hinaus wohnen, sollten am besten einen Fahrstuhl oder starke Arme in Aussicht haben. In der Wohnung angekommen schließt man die Batterie lediglich an die gewöhnliche Haushaltssteckdose und kann sie über Nacht komplett laden. Eine volle Ladung braucht ungefähr fünf bis sechs Stunden.

Nur einmal habe ich vergessen die Batterie über Nacht anzustecken und hatte am nächsten Tag drei Termine über ganz Berlin verteilt. Da wurde es am Ende mit der Ladung tatsächlich knapp und ich musste meine Route ein wenig neu planen. Unu verspricht eine Reichweite von 50 Kilometern, was auch in der Praxis ungefähr hinkommt. Damit ist der Roller der perfekte Stadtbegleiter, aber weniger für weitere Strecken aufs Land geeignet. Sollte man dies häufiger mal vorhaben (und keine Möglichkeit zum Zwischenladen haben), empfiehlt es sich über eine zweite Batterie nachzudenken. Die findet einfach neben der anderen Batterie unter dem Sitz Platz und verdoppelt die Reichweite dann eben mal auf 100 Kilometer, was ganz neue Strecken möglich werden lässt. Probiert habe ich dies während meiner Testzeit allerdings nicht.

Was mich außerdem begeistert hat? Ich bin immer wieder mit Menschen ins Gespräch über alternative Mobilitätsideen gekommen, was herrlich erfrischend war. Der Roller ist auf jeden Fall ein guter Anstoß dafür und man kommt schnell zu der Frage, warum überhaupt noch so viele Autos unsere Städte verstopfen. Vor dem Test war ich mir nicht sicher, inwieweit sich das Rollerfahren wirklich in meinen Alltag integrieren würde. Und jetzt vermisse ich es schon ganz schrecklich. Es ist einfach wahnsinnig praktisch und erhöht meine Flexibilität nochmals enorm. Auch der Transport war leichter als gedacht. Kleinere Einkäufe lassen sich unter dem Sitz verstauen. Zwischen den Füßen gibt es vorne unterhalb des Lenkers einen Haken, an dem sich Taschen und Co. befestigen lassen.

Am Ende des Tests habe ich dann auch noch die Fahrt zu zweit gewagt. Denn zugegeben der Roller ist wirklich sehr klein, was zwar einige Vorteile hat, aber dass hier wirklich zwei Menschen drauf Platz finden sollen, konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Doch es funktioniert. Man kann auch zu zweit von A nach B sausen. Ich persönlich würde das allerdings nur für kürzere Strecken empfehlen, denn besonders bequem ist es auf der relativ kleinen Sitzfläche dann nicht mehr.

Was mir außerdem bei dem unu Scooter Classic-Modell gefehlt hat? Eine Uhr am Lenker. Dort ist nämlich lediglich ein Kilometerzähler, der Tacho sowie die Ladestandsanzeige verbaut. Da ich immer relativ knapp unterwegs bin, schaue ich auf meinem Weg zu einem Termin aber doch gerne mal auf die Uhr, was in dem Fall dann leider nicht möglich war. Außerdem muss man sich daran gewöhnen auch mal vergleichsweise langsamer im Straßenverkehr unterwegs zu sein (was sich natürlich durch das fixe Durchschlängeln bei Staus und an Baustellen wieder wettmacht), aber der unu hat eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, was gerade bei dreispurigen Straßen in Berlin doch schnell ziemlich langsam wirkt. Auch an steileren Bergen (von denen es in Berlin ja zum Glück nicht so viele gibt) braucht man etwas Geduld. Auch in der kraftvollen 3000W-Premium-Variante hat der Roller nicht die Power wie andere Straßenverkehrsteilnehmer*innen. Dafür könnt ihr an jeder roten Ampel garantiert die Autos mit einem kleinen Blitzstart abhängen. Die meisten gucken auf jeden Fall nicht schlecht, wenn man auf einem kleinen, rosa Gefährt an ihnen vorbeizieht.

Mein Fazit

Der unu Scooter Classic ist der perfekte Stadtbegleiter, wenn es um moderne Mobilität geht. Für mich überwiegen die Vorteile bei Weitem und geben mir die nötige Flexibilität, die ich in meinem Alltag brauche. Es gibt wenig Schöneres als im warmen Sommerwind durch die Stadt zu cruisen und dabei (fast) grenzenlose Freiheit zu spüren. Ich bin Fan und kann es kaum erwarten, das neuste Modell – den unu Scooter – zu testen, der nun ganz frisch auf den Markt gekommen ist.

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