20 October, 2019, 13:43

Machen Laptops impotent? 10 Technik-Mythen auf dem Prüfstand

Rund um das Thema Technik gibt es einige Mythen, die sich hartnäckig halten. Können Laptops impotent machen? Sollten Akkus immer ganz entladen werden? Und bedeuten mehr Empfangsbalken automatisch mehr Empfang? 10 Technik-Mythen, die mal mehr und mal weniger stimmen…

Mythos 1 – Handy-Akkus immer vollständig auf- und entladen

Bei den früheren Smartphones entsprach dieser Mythos tatsächlich der Wahrheit. Das lag an den verbauten Nickel-Cadmium-Akkus, die eine Art Memory-Effekt hatten. Dadurch verringerte sich die Akku-Laufzeit, wenn die Akkus nicht vollständig geladen wurden. Bei den heutigen Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus spielt das allerdings keine Rolle mehr. Egal, ob ihr einmal 100 Prozent oder fünfmal 20 Prozent ladet, die Akkulaufzeit verschlechtert sich dadurch nicht.

Technik-Mythen

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Mythos 2 –  Webcams können gehackt werden

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, dass einige Nutzer*innen ihre Webcam am Laptop abkleben. Angeblich klebt sogar Mark Zuckerberg die kleine Linse zu. Normalerweise leuchtet eine kleine rote Lampe auf, sobald die Webcam im Gebrauch ist. Hackern soll es allerdings schon gelungen sein, die Cam ohne Aufleuchten der Lampe zu aktivieren. Denn ja, Mythos 2 ist wahr: um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr lieber die Webcam abkleben.

Mythos 3 – Ein Laptop auf dem Schoß eines Mannes führt zu Impotenz

Grund für eine mögliche Impotenz seien die WLAN- und Bluetooth-Strahlungen, die vom Laptop ausgehen. Aber keine Sorge, die Strahlungen haben keine Auswirkung auf eure Kinderplanung. Allerdings bestätigten Ärzt*innen, dass Hitze generell den Spermien schaden könnte. Dafür müsste die Wärmestrahlung des Laptops jedoch außerordentlich hoch sein und das Gerät sehr, sehr nah an der besagten Region sein – was in den meisten Fällen wohl eher nicht der Fall ist. Außerdem werden Spermien ständig neu produziert, sodass (wenn überhaupt) nur eine vorübergehende geringe Potenz vorliegen würde.

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Mythos 4 – Mehr Empfangsbalken bedeutet automatisch mehr Empfang

Keineswegs! Denn je mehr Empfangsbalken ihr habt, desto näher seid ihr zwar an einem Funkmast, das bedeutet allerdings nicht, dass ihr besseren Empfang habt. Sind in dem Moment viele weitere Geräte mit dem Funkmast verbunden, bleibt die Signalstärke zwar dieselbe, aber das Datenvolumen sinkt drastisch. 

Mythos 5 – Immer alle Apps schließen, um die Akku-Laufzeit zu schonen

Tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Denn sobald ihr die Apps schließt, beendet das Betriebssystem alle damit verbundenen Prozesse. Öffnet ihr die Apps wieder, müssen diese sich quasi wieder hochfahren. Hinzukommt, dass die gängigen Betriebssysteme erkennen, ob ihr eine App gerade nutzt oder nicht, und die Anwendungen automatisch auf Stand-by setzen. Die Apps immer zu schließen, um die Akku-Laufzeit zu schonen, stimmt somit nicht.

Mythos 6 – Smartphones verursachen Flugzeugabstürze

Bei älteren Flugzeugmodellen können die Radiowellen von Handys und Notebooks die Bordelektronik wirklich beinträchtigen. Allerdings sind moderne Bordnetze davon nicht betroffen, solange die Handys im Flugmodus verbleiben. Bei vielen Fluggesellschaften ist es sogar mittlerweile Standard über das Bordnetz mit dem Smartphone oder dem Laptop online zu gehen.

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Mythos 7 – Akkus entladen sich schneller, wenn es kalt ist

Wer kennt es nicht: Nach kurzer Zeit in der Kälte sinkt der Akku des Smartphones überproportional schnell oder das Gerät geht sogar ganz aus. Dies liegt jedoch nicht daran, dass sich die Akkus schneller entladen, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Denn bei Kälte werden die Elektronen träge und können sich nicht entladen. Der Stromfluss sinkt und das Handy geht aus. Das erklärt auch, warum die Akkuanzeige wieder in die Höhe schießt, sobald ihr einen beheizten Raum betretet. 

Mythos 8 – USB-Sticks muss man sicher entfernen

Keine Sorge, die Hardware wird nicht beschädigt, wenn ihr den USB-Stick einfach abzieht. Allerdings können Daten, die gerade auf den Speicher übertragen werden, verloren gehen. Deshalb checkt, ob der Speichervorgang abgeschlossen ist oder entfernt das USB-Speichermedium ordnungsgemäß sicher.

Mythos 9 –  Je höher die Megapixel, desto besser die Fotos

Dieser Mythos stimmt so nicht. Entscheidend bei einer Kamera ist die Größe des Sensors. Ist nur ein kleiner Sensor verbaut, aber eine sehr hohe Megapixel-Auflösung, kann das bei schlechten Lichtverhältnissen zu Bildrauschen führen. Deshalb ist vor allem die Größe des Sensors entscheidend, wie viele Megapixel sinnvoll sind. 

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Mythos 10 – Magnete zerstören Festplatten

Man soll niemals einen Magneten in der Nähe der Festplatte aufbewahren, denn dadurch würden die Daten auf der Festplatte zerstört. Dieser Mythos hält sich schon sehr lange. Das mag daran liegen, dass ein bisschen Wahrheit in der Aussage steckt. Ein sehr starker Magnet kann die Mechanik auf der Festplatte stören. Dazu muss die Festplatte allerdings in Betrieb sein. Im Stand-by-Modus bleiben die Daten unversehrt.

Fallen euch noch mehr Technik-Mythen ein, die mal überprüft werden müssten?

Titelbild: unsplash.com/AndrewNeel

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