20 August, 2019, 14:26

Kannst du ein künstlich kreiertes Gesicht von einem echten unterscheiden?

Die University Washington hat eine Seite gelauncht, auf der Leute testen können, ob sie ein von einem Computer generiertes Bild von einem echten unterscheiden können. Und der Test kommt nicht von ungefähr. Die Forscher*innen warnen davor, dass genau diese künstlich kreierten Persönlichkeiten im Internet mit uns „interagieren“, Wahrheiten verschieben und Fake-Personen bald schon so normal unter echten Usern sein könnten, das wir es gar nicht mehr bemerken.  Die Website ist Teil des Calling Bullshit Projekts.

© whichfaceisreal.com

Die Macher der Seite Jevin West und Carl Bergstrom haben es sich zum Ziel gesetzt uns darüber aufzuklären, wie leicht digitale Identitäten gefaket werden können. Mit ihrem Test wollen sie helfen diese mit nur einem Blick trotzdem zu erkennen.

Sie ermutigen dazu, dass die Software, die solche, auf den ersten Blick, täuschend echten Fotografien erstellt zwar sehr gut ist, wir jedoch mit der Verarbeitung unseres Gehirns und dem visuellen Vermögen immer noch wesentlich besser erkennen können, was Echtheit bedeutet.

„If you know what to look for, you can spot these fakes at a single glance.“

Die Forscher*innen weisen explizit darauf hin, dass die erstellende Software der gefakten Bilder nicht von ihnen stammt, sondern seit Februar 2019 als Open Source frei verfügbar im Netz zu bekommen ist. Bereitgestellt von dem Grafik-Hardware-Anbieter NVIDIA.

Was sind also die Fehler, die ein Fake-Bild verraten?

Mit ein paar geübten Augen lassen sich die Fakes momentan tatsächlich noch sehr gut erkennen. Doch West und Bergstrom warnen auch davor, dass die Software und die entsprechenden Algorithmen immer weiter entwickelt werden und es bereits bald nicht mehr so leicht sein dürfte die Unterschiede zu erkennen.

Wasserflecken

Der derzeitige Algorithmus hat Schwierigkeiten diese sogenannten Wasserflecken zu verhindern. Meist entstehen sie am Übergang von Haar zum Hintergrund und verraten damit ein Fake-Bild sehr leicht.

Hintergrund

Die Software konzentriert sich derzeit vor allem auf das Entstehen des Gesichts, sodass es immer wieder zu Fehlern im Hintergrund kommen kann. Die Probleme reichen von wirren Spiegelungen bis hin zu nicht identifizierbaren Formen im Hintergrund.

Brillen

Für das Programm ist die Erstellung einer Brille derzeit noch besonders schwer. Deswegen sehen diese meist leicht verändert, kaputt oder verformt aus. Sehr gut auch in dem Beispiel oben zu sehen.

Asymmetrien

Auch wenn echte Gesichter vor allem durch unperfekte Asymmetrie leben, erzeugt die Software sehr verrückte Asymmetrien. So kann der Bartwuchs links und recht sehr unterschiedlich sein, eine Person verschiedene Ohrringe tragen oder unterschiedliche Kragen an der Bluse haben.

Haare

Für das Grafikprogramm ist es besonders schwer Haare gut zu rendern. Vor allem einzelne Strähnen werden deswegen oftmals komisch dargestellt und lassen leicht das künstliche kreierte Gesicht erkennen.

Zähne

Gleiches gilt für die Zähne. Die Zähne sehen deswegen in den Fake-Fotografien oft äußerst merkwürdig aus, verschwimmen ineinander oder sind sehr asymmetrisch.

Fakt ist, zur Zeit lassen sich die künstlich kreierten Gesichter mit ein klein wenig Wissen und Übung noch gut von echten Menschen unterscheiden und aufdecken. Doch wie lange wird es dauern bis wir nicht mehr genau sagen können, wer nun der Fake ist und wer die reale Person?

Vorschaubild: © www.whichfaceisreal.com

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