Impossible Foods - Veggie-Burger mit Kunstfleisch

Impossible Foods - Veggie-Burger mit Kunstfleisch

Seit etwa zehn Jahren esse ich kein Fleisch mehr. Hin und wieder habe ich zwar mal ein Stückchen probiert, dabei aber meistens gleich festgestellt, dass ich es wirklich nicht vermisse. Schon zuvor habe ich nur sehr selten Fleisch gegessen, weil mir viele Gerichte schlicht und einfach nicht schmecken. Gerade in Berlin ist es außerdem ziemlich einfach, sich vegan oder vegetarisch zu ernähren, ohne dass dabei die Abwechslung fehlt. Ganz im Gegenteil: Fast überall gibt es eine große Auswahl an fleischlosen Speisen, manche Restaurants und Imbisse haben sogar eine rein pflanzliche Küche. Doch mal ganz abgesehen vom Geschmack, esse ich vor allem aus moralischen und umweltbedingten Gründen kein Fleisch. Massentierhaltung ist für mich nicht vertretbar und die Fleischproduktion verursacht laut NABU mit 18 Prozent mehr Treibhausgas als der weltweite Personenverkehr insgesamt. Methangas ist außerdem deutlich schädlicher für das Klima als der Ausstoß von Kohlendioxid. Für viele Menschen ist der Gedanke unbequem, aber es stimmt nunmal: Übermäßiger Fleischkonsum sorgt für riesige Umweltprobleme.

Veganer Burger von Impossible Foods

Täuschend echter Fleischersatz

Mit Seitan, Tofu, Sojagranulat und Co. gibt es mittlerweile zwar jede Menge Produkte im Supermarkt, mit denen man fast alle Fleischgerichte auch vegetarisch oder vegan zubereiten kann; aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass viele Leute dem „Fleischersatz“ skeptisch gegenüberstehen, weil er höchstens die Konsistenz der tierischen Fasern hat, nicht aber den richtigen Geschmack. Außerdem hält sich in so einigen der Köpfe hartnäckig der Gedanke, dass eine Mahlzeit ohne Fleisch nicht vollständig ist – warum auch immer. Eine Alternative, die vielleicht sogar Hardcore-Fleischesser überzeugen könnte, bietet das Startup Impossible Foods aus dem Silicon Valley. Dem Team aus 80 Köchen, Farmen und Ernährungswissenschaftlern ist es nach fünf Jahren endlich gelungen, einen täuschend echten Fleischersatz herzustellen.

Letztes Jahr wurde der „Impossible Burger“ erstmals in New York serviert. Den Erfindern und auch Testessern zufolge soll er nicht nur aussehen wie ein Burger aus Rinderhack, sondern auch genauso schmecken und riechen – jap, er ist sogar blutig. Das Fake-Fleisch enthält elf Zutaten, darunter Soja- und Kartoffelprotein, Weizen und Kokosöl. Die Innovation ist ein Zusatz namens Leghämoglobin – ein Molekül, das sowohl in Fleisch aber auch Pflanzen zu finden ist und den Burger ebenso saftig macht wie ein Rindfleisch-Patty. Die Herstellung verbraucht jedoch 95 Prozent weniger Landfläche und rund 75 Prozent weniger Wasser als bei der herkömmlichen Tierhaltung, außerdem werden dabei 87 Prozent weniger Treibhausgase produziert.

Zutaten des Kunstfleischs von Impossible Food

Großes Investment für Impossible Foods

Eine bahnbrechende Erfindung, die erst kürzlich mit einem Investment in Höhe von 75 Millionen Dollar belohnt wurde. Der größte Mitspieler ist die Firma Temasek aus Singapur, die aus Investoren wie Bill Gates, Horizon Ventures oder Khosla Ventures besteht. Auch Google mischt bei dem Projekt mit. Derzeit gibt es den veganen Burger leider nur in den USA, ihr könnt ihn dort in acht verschiedenen New Yorker Restaurants probieren. Die Pläne der Firma sind allerdings groß: Sie wollen die Produktion so weit vervielfachen, dass sie schon bald 1.000 weitere Restaurants mit dem Fleischersatz beliefern können. Dabei ist sogar eine Zusammenarbeit mit McDonald’s im Gespräch.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, ob das Produkt bald auch nach Deutschland kommt und hebe mir ein Testessen ansonsten für die nächste USA-Reise auf. Wie sieht’s mit euch aus, würdet ihr den Impossible Burger probieren?

Burger Patty aus Kunstfleisch von Impossible Food

Burger von Impossible Food

Fotos: Impossible Foods

2 Responses
  1. Sehr interessanter Post. Vielleicht kennst du ja einen guten Fleischersatz (mit Proteinanteil, kein Getreide), der ohne Gluten, Weizen und Soja auskommt? Ich kann das leider alles nicht essen. Bis auf Quorn (mit Protein aus Pilzen) ist mir irgendwie noch nichts untergekommen.

    1. Danke für deinen Kommentar 🙂 Ich kenne ansonsten nur noch Tempeh, aber das ist scheinbar so ähnlich wie Quorn (hatte ich vorher noch nie gehört)..

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