18 December, 2018, 14:54

Handschrift digitalisieren – Tools und Smartpens

Handschriftliche Notizen sind heutzutage fast schon Retro. Das ist schade, wo sie doch etwas so Individuelles sind. Nicht nur, dass jede*r von uns einen ganz eigenen Schwung besitzt, auch Briefe, Geburtstagsgrüße oder andere Schriftstücke sind in analoger Form gleich viel Persönlicher. Ein weiteres Argument zum Selberschreiben? Vielen von uns geht es immer noch schneller von der Hand als beim digitalen Pendant – hallo 10-Finger-Technik! In manchen Situationen, in denen Ruhe geboten ist, stört das nervige Tastengeklimper aber auch einfach bloß. Inzwischen braucht ihr euch zwischen beiden Varianten jedoch nicht mehr entscheiden, denn es gibt jede Menge Techniken, mit denen ihr eure Aufzeichnungen handschriftlich verfassen und im gleichen Schritt digitalisieren könnt. Egal, ob Liebesbrief, Vorlesungsmitschriften oder Arbeitsunterlagen – diese Tools und Gadgets helfen euch dabei.

Karteikarte mit Handschrift

Die 3 besten Tools

OneNote

OneNote ist das Notizprogramm von Microsoft und verfügt seit letztem Jahr über ein praktisches Konvertierungstool, mit dem ihr handschriftlichen in getippten Text umwandeln könnt. Voraussetzung ist allerdings ein Gerät mit Touchscreen. So geht’s: Klickt im Menü auf den Reiter „Zeichnen“, wählt in der Gruppe „Extras“ einen Stift oder Textmarker aus und schreibt dann eure Notizen auf den Bildschirm. Klickt wieder auf den Reiter „Zeichnen“ und dann auf die Schaltfläche „Typ“, um den Eingabemodus zu beenden. Fertig? Jetzt geht’s ans Konvertieren: Wählt erneut die Registerkarte „Zeichnen“ und dann die „Lassoauswahl“. Zieht dann auf der Seite einen Auswahlpunkt über die handschriftliche Eingabe und klickt auf „Freihand als Text“. Voilà!

Evernote

Evernote gibt es als Software für den PC und als praktische Apps für Android und iOS. Bei diesem Programm gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, um Aufzeichnungen zu digitalisieren. Entweder gebt ihr an, dass ihr direkt mit einem Smartpen auf dem Gerät schreiben möchtet (zu den schlauen Stiften lest ihr später mehr), oder ihr scannt oder fotografiert bereits geschriebene Notizen ab. Letztere Funktion finde ich besonders praktisch, wenn man alte Aufzeichnungen digitalisieren möchte, denn Handschrift kann leider schnell verblassen. Mit Evernote könnt ihr diese dann übrigens in verschiedenen Ordnern speichern und habt euer elektronisches Notizbuch immer dabei.

PenReader

Der PenReader ist eine kostenlose App für iOS zur Handschrifterkennung und für Apple Pencil. Die Anwendung konvertiert jeden mit dem Finger oder Eingabestift geschriebenen Text sicher in Druckschrift. Unter den vier verschiedenen Erkennungsmodi befinden sich zwei, die extra für die Eingabe kleiner Bildschirme optimiert wurden. Bei „Buchstabe-für-Buchstabe“ könnt – wie es der Name schon vermuten lässt – Wörter Buchstabe für Buchstabe übereinander schreiben. Die einzelnen Lettern werden dann als Wort erkannt. Im Modus „Autovervollständigung“ reicht es, wenn ihr nur den ersten Teil eines Wortes schreibt und bekommt von der App automatisch verschiedene Vorschläge geliefert.

Zeichnung mit iskn Slate
Foto: iskn

3 Smartpens im Überblick

Bamboo Stylus 

Kommen wir jetzt, wie versprochen, zu den smarten Pens. Ein schönes Einsteigermodell ist der Bamboo Solo Stylus, mit dem ihr auf allen Touchscreen-Geräten easy schreiben, zeichnen oder tippen könnt. Die Spitze ist aus Carbon-Faser und wie bei einem echten Stift sogar austauschbar. Dank der passenden App Bamboo Paper könnt ihr eure Notizen genauso festhalten, wie mit Stift auf Papier und sie übrigens auch direkt mit Freunden oder Kollegen teilen. Die Pens gibt es in vier verschieden Farben und sind mit 19,90 Euro recht erschwinglich.

iskn Slate

Mit dem iskn Slate wird jeder Stift im Handumdrehen zum Smartpen. Der kleine Magnetring kann auf jeden Stift gesteckt werden und verwandelt Notizen in eine digitale Kopie. Eigentlich ist das Gadget für Zeichnungen und Skizzen gedacht, kann aber natürlich auch zum Schreiben verwendet werden. 32 Sensoren im Ring erfassen die genaue Position des Stiftes und machen sie über Bluetooth direkt auf dem gekoppelten Gerät sichtbar. Um die Handschrift zu erkennen und in Textdateien zu konvertieren, braucht ihr dann ein externes Tool, wie wir sie euch oben schon vorgestellt haben. Mit rund 180 Euro ist der iskn Slate zwar kein Schnäppchen, bei regelmäßiger Anwendung aber sicherlich einen Blick wert.

Livescribe Smartpen 3 

Der Livescribe Smartpen sieht nicht nur aus wie ein Kugelschreiber, sondern schreibt sich auch so ähnlich. Allerdings steckt in dem kleinen Stift sehr viel ausgeklügelte Technik: Eine Infrarot-Kamera, ein ARM-Prozessor, eine Bluetooth-Schnittstelle und ein Flash-Speicher. Damit kann der Smartpen auf dem mitgelieferten Punktpapier handschriftliche Notizen speichern, ohne dass ihr in mit einer App verbinden müsst. Er funktioniert mit allen iOS- und Android-Geräten und hat 14 Stunden Akkulaufzeit. Mit 200 Euro auf jeden Fall ein Liebhaberstück.

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