21 February, 2019, 17:58

Gutes tun per Klick

Es ist kein Geheimnis, dass es weltweit einige Themen gibt, die wir anpacken müssen. Doch oftmals ist das eben gar nicht so leicht. Entweder sind wir erschlagen von den Möglichkeiten, trauen einer Hilfsorganisation vielleicht nicht ganz über den Weg oder wissen eben auch nicht, was gerade notwendig ist. Mittlerweile gibt es im Netz und in den App Stores jedoch einige Anbieter und Unternehmen, die zeigen, wie leicht es sein kann per Klick Gutes zu tun. Hier kommen einfache, technische Lösungen, mit denen ihr euch einige Karmapunkte dazuverdienen könnt.

Ecosia

Der Klassiker unter den Social Start-ups im Tech-Bereich. Ecosia will die Alternative zu der uns allseits bekannten Google-Suchmaschine sein. Ecosia geht es aber, im Gegensatz zu Google & Co., nicht um fette Gewinne, sondern um soziales Engagement. Mit jeder Suchanfrage, die auf Bing basiert, pflanzt Ecosia Bäume. Das heißt die eigene Suchanfrage tut ganz automatisch etwas Gutes. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Stimmt in diesem Fall aber wirklich. Wie viele Bäume dank der eigenen Sucherei schon gepflanzt worden sind, wird einem auf dem Desktop oben rechts angezeigt. Insgesamt haben alle Ecosia-Nutzer*innen zusammen schon fast 50 Millionen Bäume realisieren können. Ecosia arbeitet außerdem super transparent. Alle Informationen, die Fortschritte der Baumpflanzungen und monatliche Finanzberichte lassen sich von allen einsehen. Es war definitiv noch nie leichter Gutes zu tun. Deswegen jetzt direkt Ecosia als Standardsuchmaschine einrichten und am besten auch direkt die App fürs Handy herunterladen.

Share The Meal

Die App Share The Meal basiert auf einem ähnlichen Prinzip. Im Grunde geht es darum zu jeder Mahlzeit, die man selbst zu sich nimmt, ebenso eine Mahlzeit zu spenden. Mit nur 40 Cent soll man damit einem Kind Mahlzeiten für einen ganzen Tag ermöglichen können. Partner des Start-ups ist das UN World Food Programme, die mithilfe der Gewinne von Share The Meal die Mahlzeiten an die Betroffenen verteilen können. Anfangs wurden damit immer bestimmte Krisengebiete unterstützt. Mittlerweile kann man in der App selbst auswählen, welches Land man in welcher Weise unterstützen möchte. So kann man nicht nur pro Mahlzeit spenden, sondern zum Beispiel auch eine monatliche Spende einrichten. Mit sehr wenig Geld lässt sich hier wirklich schon Großes erreichen. Schöne Aktion: Zum Valentinstag kann man jetzt in der App auswählen, dass man im Namen eines geliebten Menschen eine Spende verschickt. Diese Person bekommt dann eine personalisierte E-Card zugeschickt.

© Screenshot Share The Meal

Too Good To Go

Mit Too Good To Go wird der Lebensmittelverschwendung der Kampf angesagt. Per App lassen sich Lebensmittel und Speisen aus gastronomischen Betrieben, die eigentlich zum Ende eines Geschäftstages entsorgt würden, ganz einfach per Klick reservieren und abholen. Dafür haben sich verschiedene tech-begeisterte Unternehmer*innen in ganz Europa zusammengefunden und die Lösung gegen Tonnen von Lebensmittelmüll entwickelt: Eine App, die es allen ermöglicht, einen Beitrag gegen Verschwendung zu leisten, während man gleichzeitig leckeres Essen bekommt und Läden in der eigenen Umgebung unterstützt. Die Betriebe schaffen es weniger zu entsorgen und können dabei neue Kundschaft gewinnen. Und gemeinsam wird damit auch noch die Umwelt geschont. Eine Win-Win-Win-Situation!

© Too Good To Go

Betterplace.org

Betterplace.org ist Deutschlands größte Spendenplattform. Hier finden sich allerhand tolle Projekte, die tatkräftige Unterstützung nötig haben. Mehr als 20.000 Projekte aus aller Welt sammeln auf der Plattform Spenden – ob Kinderhilfe, Umwelt- oder Tierschutz, Bildung oder Entwicklungshilfe. Betterplace.org agiert selbst komplett gemeinnützig, das heißt alle anfallenden Gewinne wandern selbst wieder in die eigenen sozialen Projekte. Außerdem initiiert das Social Business auch selbst Kampagnen – wie #MenschlichkeitStehtDirAmBesten – in denen sie auf dringliche Themen aufmerksam machen.

© Screenshot Betterplace.org

Startnext

Auf Startnext sollen tolle Ideen Wirklichkeit werden. Die Plattform verfolgt das Prinzip einer Community unterstützten Finanzierung – sogenanntes Crowdfunding. Mithilfe dieses Crowdfundings sollen vor allem junge Unternehmen die Chance bekommen erste Finanzierungshürden leichter zu nehmen oder auch zu testen, ob die gewählten Produkte überhaupt auf Interesse treffen. Crowdfunding ist damit eine tolle Möglichkeit vor allem kleineren Projekten eine Starthilfe zu geben, ohne dass diese direkt große Investor*innen oder Ähnliches an Land ziehen müssen. Auf Startnext ist auffällig, dass vor allem soziale, kulturelle und nachhaltige Ideen ihren Weg auf die Plattform und damit auch oft ans Tageslicht finden. Startnext ist außerdem eine schöne Möglichkeit genau diese kleinen, tollen Projekte und Menschen zu finden. Etwa die Hälfte aller Projekte können mithilfe der Community finanziert werden. Die drei erfolgreichsten Projekte bis 2018 waren übrigens: die Rettung des Max-Morlock-Stadions in Nürnberg mit einer Fundingsumme von etwas über 800.000 Euro, die Kiron University – eine Universität für Geflüchtete -mit knapp 540.000 Euro und die Female Future Force Academy von Edition F mit knapp 380.000 Euro.

© Screenshot Startnext Startseite

Nebenan.de

Die Plattform Nebenan.de setzt auf starke Nachbarschaft. Mit der Website und gleichnamigen App sollen Nachbar*innen wieder verstärkt im Alltag in Kontakt kommen. Ein schöner Wunsch, vor allem in der Anonymität der Großstadt. Es geht darum die Nachbarschaft zusammenzubringen und echte Verbindungen entstehen zu lassen. Nachdem man sich ein Profil angelegt hat, kann man so zum Beispiel nach Hilfe bei einer Reparatur fragen, einen Hunde- oder Babysitter finden oder auch einfach mal eine ältere Person in der Nachbarschaft besuchen, die nicht mehr so viel Kontakt zur Außenwelt sonst an. Außerdem gibt es einen Marktplatz auf dem man sein Hab und Gut für die Nachbar*innen anbieten kann. Nebenan.de ist quasi das soziales Netzwerk für den eigenen Kiez.

© Screenshot Nebenan.de

Atmosfair

Bei Atmosfair lassen sich die Klimasünden zumindest als kleinen Ablasshandel in etwas Positives verwandeln. Die Plattform kompensiert die verflogenen CO₂-Emissionen und wandelt diese zu Geldspenden in Klimaschutzprojekte um. Die Kompensation stellt eine adhoc-Lösung dar, da es aufgrund des Zeithorizonts im Sinne des Klimas besser ist, zum jetzigen Zeitpunkt eine Tonne CO₂ einzusparen als erst 2050. Kompensation ist zwar kein „Allheilmittel“, kann aber einen sinnvollen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele darstellen. Dennoch sollte an erster Stelle natürlich immer die Frage nach einer nachhaltigeren Alternative stehen. Sollte diese einmal nicht vorhanden sein, rechnet Atmosfair aus, wie viel CO₂ zum Beispiel die Flugreise ausgestoßen hat und wie viel Geld man dafür in Projekte für erneuerbare Energien stecken muss. Atmosfair unterstützt vor allem den Aufbau von erneuerbaren Energielösungen in Entwicklungsländern und spart damit nicht nur fossile Brennstoffe, sondern schafft direkt Arbeitsplätze und Perspektiven vor Ort.

© Atmosfair

Change.org

Auf Change.org können Menschen ihre Stimme für das Gute erheben. Hier werden Petitionen gestartet und Menschen und Projekte unterstützt, die mehr Gehör finden müssen als sie es aktuell tun. Die Themen sind dabei sehr vielfältig. Von persönlichen Schicksalen bis hin zu den großen politischen Fragen ist auf Change.org alles dabei. Dabei kann es durchaus sein, dass eine erfolgreiche Petition bis in den Deutschen Bundestag gelangt und somit wirklich in die Politik eingreift. Dafür sind immer eine bestimmte Anzahl von Unterschriften notwendig, sodass die Plattform auf die rege Verteilung in den sozialen Medien setzt. Hat man eine Petition unterzeichnet, kann man außerdem auch einen Geldbetrag für die entsprechende Petition spenden, muss es aber nicht. Die einfachste Art politisch aktiv zu werden!

© Screenshot Change.org

Welche Apps oder Onlineplattformen nutzt ihr außerdem, um euch für die gute Sache einzusetzen? Fallen euch noch mehr Dinge ein, die Gutes tun per Klick?

Unter den sechs besten Apps zum Joggen hat sich übrigens auch „eine Gute“ versteckt.

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