15 December, 2018, 06:52

Filterblasen – sind wir fremdbestimmt?

Mittlerweile sollte in jedem noch so kleinen Dorf in Deutschland eine stabile und schnelle Internetverbindung vorhanden sein (hach, schön wär’s!). Dass dies nicht ganz der Fall ist, ändert nichts an der Tatsache, dass wir alle das Internet nutzen und uns online informieren, Content rezipieren und mit anderen Menschen kommunizieren. Kurz gesagt: Das Internet ist allgegenwärtig und Medienkompetenz ein Muss in unserer heutigen Gesellschaft. Aber hilft Medienkompetenz wirklich, um sich eigenständig durchs Netz zu manövrieren oder sind wir sowieso alle aufgrund von Filterblasen fremdbestimmt?

Filterblasen

Bildquelle: unsplash.de

Wie funktioniert dieses Internet mit seinen Algorithmen?

Viele Menschen verbinden Algorithmen automatisch mit Facebook, Twitter und Co. Besonders durch den Skandal um die Datenfirma Cambridge Analytica bringen wir die Begriffe Algorithmus, Filterblase und Soziale Medien in einen Zusammenhang. Dabei finden sich Algorithmen in fast allen Prozessen mit größerer Datenmengen. Ein Algorithmus kommt in einer Ampelschaltung genauso zum Einsatz, wie bei medizinischen Geräten oder im Internet.

Was ist ein Algorithmus?

Ein Algorithmus kann maschinell, aber auch menschlich sein. Die Entwicklung der Sprache ermöglichte es, Verhaltenskodexe, Regeln und Verbote aufzustellen – auch das sind einfachste Algorithmen. Heute verorten wir Algorithmen vor allem in der Informatik als Grundlage der Programmiersprache. Damit eine Maschine eine Aufgabe erfüllt benötigt sie eine Schritt für Schritt Anleitung inklusive Reihenfolge der Schritte. Diese aufeinanderfolgenden definierten Anweisungen heißen Algorithmen. Dasselbe Prinzip gilt für Algorithmen im Internet, auch sie sind Schritt für Schritt Anleitungen. Wer sich Online einen Fussball kauft, dem werden, basierend auf dem Kauf, Werbeanzeigen für Fußballschuhe eingeblendet. Wer auf Netflix die Serie Stranger Things schaut, dem zeigt der VoD-Dienst (= Video of Demand) ähnliche Mystery-Serien wie Dark oder Super 8 an.

Filterblasen

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Filterblasen und Algorithmen

In den Sozialen Medien ist immer wieder die Rede von Filterblasen, die jeden Einzelnen abschotten in seiner eigenen homogenen Wirklichkeit. Die Algorithmen seien Schuld an dem Dilemma, so der Konsens vieler öffentlicher Netzdiskussionen. Dabei zeigen neueste Erkenntnisse, dass eben nicht die automatisierten Prozesse des Algorithmus die Abgrenzung Einzelner in ihrer Meinungswelt hervorrufen, sondern dass es in der Natur des Menschen liegt, sich mit Dingen zu umgeben, die in seinen Wertekonsens passen. Das heißt, wenn du total auf Deutschrap stehst, dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf Links, Accounts oder Videos klicken, die mit dem Thema zu tun haben. Eine Filterblase, die jeder selbst erschafft. Die personalisierten Algorithmen verstärken das Handeln, in dem sie dir Dinge anzeigen, die mit dem Thema zu tun haben, doch am Ende entscheiden die Nutzer*innen auf welche Links sie klicken. Es wäre fatal, den Algorithmen eine so große Macht zuzusprechen, dass sie es schaffen, Filterblasen zu kreieren und vor allem aufrecht zu erhalten, denn damit sprechen wir uns Menschen die Mündigkeit ab, eigene Entscheidungen zu treffen. Viel mehr stellt jeder Link im Netz eine Möglichkeit dar, sich über seine Komfortzone hinaus mit Themen zu beschäftigen. Wir müssen nur drauf klicken.

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