26 June, 2019, 22:16

Fashion & Tech: Wie kleidet sich die Zukunft?

Die Berliner Modewochen sind vorbei und haben auch dieses Mal ein breites Spektrum an verschiedenen Innovationen im Fashion-Tech-Bereich gezeigt. Welche Neuheiten uns über den Weg gelaufen sind und wie die Mode der Zukunft aussieht, produziert wird oder sich anfühlt, erfahrt ihr hier.

© Fashion Tech

Kleidung, die kommuniziert

Die ungarische Designerin Zsófi Lévai ist spezialisiert auf Fashion-Tech-Design und interessiert sich vor allem für das Zusammenspiel von Mensch, Kleidung und Technik. In ihrer neuesten „Interknitting“ Kollektion hat sie kleine LED’s in die Strickkleidung eingebaut, die auf unterschiedliche Art und Weise miteinander kommunizieren. Es gibt fünf verschiedene Kleidungsstücke: eines ist Bewegungssensitiv, eines reagiert auf Geräusche, das nächste auf Berührungen und die anderen beiden können sich synchronisieren, wenn die beiden Tragenden sich zueinander drehen. Die Sensoren sind so programmiert, dass sie den oder die Tragende*n auch immer besser kennenlernen und so irgendwann „wissen“, wie der/diejenige auf die Umwelt reagiert. Ziemlich abgefahren, wie wir finden!

Die Modepuppe der Zukunft

Das Unternehmen Euveka stellt die Modepuppe der Zukunft her und das mit einem ziemlich cleveren Hintergedanken. Die Puppe kann in ihrer Form und Breite variieren, sodass verschiedene Stoffe und Größen an ihr getragen werden können. Somit braucht man nicht x-verschiedene Puppen, sondern kann direkt an einer unterschiedliche Modelle anpassen. Ob sich das Konzept durchsetzt, erachten wir noch als fragwürdig. Spannend ist es aber allemal!

© Euveka

Care-Tech

Auch im Bereich Kleiderpflege gibt es Innovationen und Neuheiten. So setzt AEG zum Beispiel auf besonders schonendes Waschen und achtet dabei nicht nur auf die zu waschende Kleidung, sondern auch auf die Umwelt. Denn je weniger aggressiv und heiß wir waschen, desto mehr Ressourcen können geschont werden. Eine simple Rechnung, die aber auch zeigt, welche Macht Technologie heutzutage im Bezug auf die Probleme unserer Zeit wie den Klimawandel hat. Mit der richtigen, und vor allem effektiven, Technik können wir umweltbewusster arbeiten. AEG bietet aber nicht nur neue Waschmaschinen-Modelle, sondern auch eine entsprechende Care-App, in der man viele Tipps zur richtigen Kleiderpflege erhält.

Neue Design-Wege

Awaytomars und dessen Gründer Alfredo Orobio setzen voll auf Design 3.0. Orobio hat 2015 beschlossen, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung im Modebereich noch längst nicht ausgeschöpft sind und deshalb das digitale Mode-Netzwerk Awaytomars geschaffen. Hier kommen über 10.000 Designer*innen aus über 90 Ländern zusammen, die immer wieder gemeinsam an verschiedenen, frei gewählten Designs arbeiten. Dabei sind den Ideen keine Grenzen gesetzt. Alles ist willkommen, sollte aber auch hier, und das ist wohl das große Learning 2019, so nachhaltig wie möglich sein. Awaytomars bevorzugt Designansätze ohne tierische Materialien, seltene Mineralien und Steine. Außerdem wird auf eine europäische Produktion Wert gelegt. Reicht man einen Vorschlag ein, geht dieser in die Umsetzung mit anderen Designer*innen des Netzwerks. Co-Creation gemixt mit einer erfrischenden, digitalen Art des Design Thinkings.

Aus der aktuellen Awaytomars Kollektion

Personalisierte Mode

Persönlichkeit ist King. Und das nicht nur ganz generell, sondern auch in den neuen Kleidungsstücken. Unternehmen wie das Berliner Startup ZyseMe setzen auf den technologischen Fortschritt und versprechen individualisierte Mode für jede*n. Längst ist klar, dass Standardgrößen so gut wie niemanden je so richtig passen. Deswegen wird jetzt auf individuelle Größe gesetzt. Das entsprechende Tool kann in Webshops integriert werden und der/die Kund*in kann selbst entscheiden, ob sie die Standardgröße möchte oder mit den tatsächlichen, eigenen Maßen gearbeitet werden soll. Sollte dies der Fall sein, kann man sich vermessen (lassen) und die entsprechenden Werte ebenso für weitere Shopping-Trips speichern. Eine kluge Idee. Wir sind gespannt, ob das die Zukunft ist!

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2 Comments

    1. Jana Braumüller Post author Reply

      Das freut mich sehr, Adam. Und ja, da ist technologisch mittlerweile auf jeden Fall so einiges möglich!

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