19 November, 2018, 03:32

Integration & Multikulturalität: Diese Start-ups engagieren sich für Migranten und Flüchtlinge

Um endlich mal wieder etwas Positives von der Flüchtlingskrise zu berichten: Jeder vierte der Hunderttausenden, die 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben inzwischen einen Job. Laut eines Berichts des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind darunter am häufigsten Pakistaner, aber auch bei Migranten aus Nigeria und dem Iran sei die Quote hoch. Von syrischen Flüchtlingen, die insgesamt die meisten Asylanträge stellten, habe es jeder fünfte auf den Arbeitsmarkt geschafft. Ein kleiner Lichtblick in Sachen Integration?

Einwanderer kommen aber nicht nur aus Kriegs- und Krisenländern nach Deutschland. Viele Startups profitieren von erstklassig ausgebildeten Fachkräften, die besonders im IT-Bereich hierzulande immer noch fehlen. Junge Unternehmen wie unu sind ein perfektes Beispiel dafür, wie man hochqualifizierten Migranten einen spannenden Arbeitsplatz bietet. Das Berliner E-Mobility-Startup beschäftigt 70 Mitarbeiter aus 15 unterschiedlichen Nationen.

Damit sie sich in Deutschland und ihrem neuen Job bestens zurechtzufinden, werden die internationalen Mitarbeiter so gut es geht von unu unterstützt. Die HR-Abteilung hilft bei VISA-Prozessen, der Wohnungssuche und Anerkennung von Dokumenten; Sie versorgt Immigranten mit Informationsveranstaltungen zu Versicherungen und Co.; Außerdem bekommt jeder neue Mitarbeiter einen „Buddy“, der allgemeine und berufliche Fragen mit ihm klärt. Der 32-jährige Can Kutlu aus Istanbul arbeitet bereits seit zwei Jahren als Senior Software Engineer in dem Startup. Für den Job ist er extra nach Deutschland gezogen und hat seine Frau und kleine Tochter mitgebracht. Mihriban Minaz stammt ebenfalls aus der Türkei und arbeitet als Entwicklerin bei unu – ihre Geschichte haben wir euch im Interview genauer vorgestellt.

Die deutsche Startup-Szene setzt sich seit 2015 ohnehin stark für die Interessen von Flüchtlingen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt ein. In den vergangenen Jahren haben sich viele Social Startups gegründet, die Unternehmertum mit sozialer Verantwortung verbinden. Wir stellen euch vier tolle Projekte vor:

  • Social Impact: Mit ihrem Programm „Ankommer.Perspektive Deutschland“ unterstützt Social Impact, eine Agentur für soziale Innovation, gemeinsam mit der KfW Stiftung nun bereits zum dritten Mal Flüchtlinge und Migranten bei der Gründung. Das Stipendium fördert weniger finanziell, sondern vor allem durch die Begleitung und Beratung von Experten. Die ausgewählten Teams können bis zu acht Monate lang in einem der Social Impact Labs in Deutschland an Workshops teilnehmen, Mentoren treffen, Büroräume nutzen oder sich mit anderen Gründern vernetzen.
  • Refugees on RailsIn Deutschland gibt es immer noch einen großen Fachkräftemangel im IT-Bereich. Anfangs sammelte Refugees on Rails gespendete Laptops, um sie mit Hilfe von Freiwilligenorganisationen zu verteilen, Lernmaterial zur Verfügung zu stellen und Geflüchteten Schritt für Schritt das Programmieren beizubringen. Im Februar 2016 wurde daraus die ReDI School of Digital Integration. Mit der Unterstützung namhafter Partner wie Daimler, Cisco oder SAP werden hier Kurse im Programmieren, User Interface Design oder Business Intelligence für Geflüchtete angeboten.
  • Workeer: Bei diesem Projekt handelt es sich um die erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse in Deutschland, die sich speziell an Geflüchtete richtet. Aktuell suchen dort über 2.700 Unternehmen, darunter  sky oder die Deutsche Telekom, qualifiziertes Personal aus unterschiedlichen Branchen.
  • Über den Tellerrand kochen: Dieses Berliner Startup bringt Flüchtlinge und Berliner in gemeinsamen Kochkursen zusammen und will damit die Integration fördern. Aus den Geschichten der Kochbegegnungen, Lieblingsrezepten und persönlichen Erzählungen entstand sogar ein Kochbuch. Schöne Idee!

Foto: Social Impact/Birte Filmer

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