20 August, 2019, 13:47

Die 10 besten Filme für Singles – und Menschen, die einfach gute Filme lieben

Filme ermutigen, sie bringen uns zum Nachdenken und lassen uns so manchen Herzschmerz vergessen. Die Liste der 10 besten Filme für Singles ist ein buntes Potpourri an Filmen mit starken Frauen und einfühlsamen Lebens- und Liebesgeschichten. 

#1 Gegen den Strom (2018, Regie: Benedikt Erlingsson)

Die 50-jährige Halla ist eine unabhängige Frau. Sie arbeitet als Chorleiterin und ist allseits beliebt. Niemand ahnt von ihrem Doppelleben als leidenschaftliche Umweltaktivistin. Alleine kämpft sie gegen die lokale Aluminiumindustrie und schafft es mit riskanten Aktionen einen geplanten Deal zwischen der Regierung Islands und einem großen Investor zu stoppen. Der Film von Regisseur Benedikt Erlingsson erregte international Aufmerksamkeit und wurde ein großer Erfolg. Das liegt vor allem an der brillanten Schauspielern Halldór Geirharosdóttir und der kreativen musikalischen Untermalung, die immer wieder Teil der Handlung wird. Wer also Lust auf ein Abenteuer mit Halla hat, das nebenbei im wunderschönen Island spielt, der sollte sich unbedingt diesen tollen Film anschauen.

#2 The Lobster (2016, Regie: Yorgos Lanthimos)

Sind wir in unserer modernen Gesellschaft nur in der Lage jemanden anhand seines Beziehungsstatus zu definieren? Entweder Single oder verheiratet? In „The Lobster“ ist dies zumindest der Fall. Eine konsequent durchdachte, düstere Komödie, die Single-Menschen 45 Tage Zeit gibt, sich während eines Hotelaufenthaltes zu verlieben. Schaffen sie dies nicht, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Was total abstrus klingt, ist die Realität des Filmes, in der sich Colin Farrell als dickbäuchiger David wiederfindet. Schließlich flüchtet David aus dem Hotel und schließt sich einer radikalen, im Wald lebenden, Gruppe von Singles an – die „Loners“. Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos erschafft eine surreale Welt, in der die Liebe nicht viel mehr ist, als ein leeres, einsames Wort.

#3 Der große Trip – Wild (2015, Regie: Jean-Marc Vallée)

Noch so ein Selbstfindungstrip-Film, nur dieses mal mit einer weiblichen Hauptrolle? Nicht ganz. Denn der Film erzählt auf berührende und fesselnde Art die Geschichte der Sheryl Strayeds (Reese Witherspoon). Alleine bricht die junge Frau auf, um den 1.700 Kilometer langen Pacific Crest Trail zu wandern und ja, dabei zu sich selbst zu finden. Trotzdem ist der Film keine Aneinanderreihung von Klischees. Sheryls Leben gerät aus den Fugen als ihre Mutter plötzlich an Krebs verstirbt. Mit Affären, Alkohol- und Drogenexzessen versucht sie ihren Kummer zu ertränken und zerstört schließlich ihre Ehe. Am Boden angekommen bricht Sheryl unvorbereitet und ohne Erfahrung auf diese anspruchsvolle Wanderung auf. Durch Rückblenden offenbart sich den Zuschauenden Stück für Stück das ganze Schicksal der Protagonistin. Regisseur Jean-Marc Vallée schafft mit der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers ein herausragendes Melodram, in dem Reese Witherspoon bemerkenswert gut spielt.

#4 500 Days of Summer (2009, Regie: Marc Webb)

Ein bisschen Herzschmerz gehört in diese Auflistung einfach dazu. 500 Days of Summer ist eine ungewohnte Liebesgeschichte, denn am Ende kommen die beiden Hauptdarsteller*innen Summer (Zooey Deschanel) und Joseph Gordon-Levitt (Tom Hansen) nicht zusammen. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn es sollte einfach nicht sein. Mit viel Witz und Humor erzählt der Film 500 Tage einer scheiternden Beziehung mit all seinen Höhen und Tiefen. Dabei gelingt dem Regisseur Marc Webb etwas Besonderes. Er erzählt abseits der gängigen und zutiefst langweiligen Hollywood-Liebesfilme eine andere Version, die zwischen Realität und Wunschvorstellungen der beiden Protagonist*innen schließlich zerbricht. Das klingt jetzt zunächst sehr düster, aber glaubt mir, ihr werdet auch lachen.

#5 Climax (2018, Regie: Gasper Noé)

Was wäre das Single-Leben ohne ausschweifende Partys? „Climax“ ist das neueste Werk von Kult-Regisseur Gasper Noé. Ein Film, der in 93 Minuten den kollektiven Rausch einer Tanzgruppe darstellt. Aber von vorne: Die jungen Tänzer*innen treffen sich für ein Wochenende, um für die anstehende Tournee zu proben. Am Abend soll angestoßen und gefeiert werden. Dabei stellt sich die Sangria-Bowle als harter LSD-Cocktail heraus. Niemand weiß, wer das LSD in die Bowle gemischt hat. Zwischen Panik, Ekstase und Schuldzuweisungen wird der Rausch zum Horrorszenario für alle Beteiligten. „Climax“ ist ein Film, den man aushalten muss. Aber wenn ihr euch drauf einlasst, dann erlebt ihr selbst einen Rausch an Bildern und Gefühlen.

#6 Her (2013, Regie: Spike Jonze)

Theodore (Joaquin Phoenix) lebt von seiner Frau getrennt. Er leidet immer noch unter der Trennung, will sich das aber nicht wirklich eingestehen. Stattdessen sitzt er Tag für Tag im Büro und schreibt dort emotionale Briefe, für die ihn andere Menschen beauftragen. Ein Trott, aus dem er plötzlich ausbricht, als er ein neues Computerbetriebssystem kauft. Das erste Betriebssystem seiner Art, das mit KI ausgestattet ist. In der charmant-rauchigen Stimme von Scarlett Johansson gibt sich das Betriebssystem den Namen Samantha.

Die Beziehung der Beiden fühlt sich für Theodore und die Zuschauer*innen zu Beginn komisch an. Immerhin spricht er lediglich mit einer computergenerierten Stimme. Das verändert sich jedoch im Laufe des Films und aus den beiden wird ein Liebespaar. Regie führte Spike Jonze, der mit „Her“ eine revolutionäre und zugleich unheimlich vertraute Zukunft aufzeigt. Sollte es also in den nächsten zehn Jahren mit dem/der Partner*in nicht klappen, dann gibt es bestimmt ein Betriebssystem, das den Part übernimmt.

#7 Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017, Regie: Martin McDonagh)

Mildred Hayes (Frances McDormand) lebt in Ebbing, Missouri. Sechs Monate ist es her, dass ihre Tochter einem gräßlichen Verbrechen zum Opfer fiel. Die Täter*innen wurden nie gefasst. Ein Umstand, der Mildred dazu veranlasst drei Werbetafeln zu buchen: „Vergewaltigt während sie im Sterben lag“, „Und immer noch niemand verhaftet?“, „Wie kann das sein, Chief Willoughby?“. Die Wut, dass die Stadt und die Polizei das Verbrechen so langsam vergisst, treibt Mildred an. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ handelt von Rache, von Rassismus, von sexualisierter Gewalt, aber allen voran von einer Frau, die alles dafür tut, die Straftäter*innen zu fassen. In der Rolle des Chef Willoughby spielt Woody Harrelson, der sich mit Frances McDormand einen bissigen und witzigen Schlagabtausch liefert. Ein Film, der unbedingt in Originalsprache geschaut werden muss. 

#8 Carol (2015, Regie: Todd Haynes)

Ob ihr überzeugter Single seid oder sich euer Herz nach einer Partnerschaft sehnt, spielt bei folgendem Film keine Rolle. Denn Carol zeichnet die Liebesgeschichte zweier Frauen so herzzerreißend schön auf, dass sich niemand diesem Zauber entziehen kann. In den Hauptrollen die lebenserfahrene Carol (Cate Blanchett) und die junge Verkäuferin Therese (Rooney Mara) – eine zufällige Begegnung entfacht zwischen den Frauen eine Begierde, die dem Publikum durch einen unfassbar intensiven Blick von Cate Blanchett offenbart wird.

Der Film spielt in den 1950er Jahren. Eine Zeit also, in der homosexuelle Beziehungen ein Tabu waren. Zudem lässt Carol sich von ihrem Mann scheiden und kämpft um das Sorgerecht der gemeinsamen Tochter. Die Beziehung zwischen Carol und Therese muss somit ein Geheimnis bleiben. Eine verbotene Liebe, die von Sehnsucht und Lust geprägt ist. Die Romanvorlage für die Verfilmung lieferte Patricia Highsmith 1952. Damals veröffentlichte sie die Geschichte unter einem Pseudonym, aus Angst davor als lesbische Autorin in eine Klischee-Schublade gesteckt zu werden. 

#9 Call me by your Name (2018, Regie: Luca Guadagnino)

Um den perfekten Sommer zu erleben, muss es gar nicht Sommer sein. Es reicht sich den unfassbar toll inszenierten Film „Call me by your Name“ anzuschauen. Eine Liebesgeschichte, die in der Lombardei in 1983 spielt. Sechs Wochen ist der amerikanische Doktorand Olivier (Armie Hammer) zu Gast im Hause seines Doktorvaters. Dessen 17-jähriger Sohn Elio (Timothée Chalamet)  ist durch den amerikanischen Gast irritiert. Durch seine Blicke, seine gebräunte Haut, sein Verhalten – alles an ihm scheint Elio zu verführen. Es entsteht etwas ganz Wunderbares zwischen den Beiden, das von Regisseur Luca Guadagnino bis ins kleinste Detail bildlich dargestellt wird. Ein rührender Film, der uns selbst in diesen heißen Sommer in 1983 versetzt. 

#10 Get Out (2017, Regie: Jordan Peele)

Wie der Titel vermuten lässt, ist „Get Out“ keine Liebesgeschichte. Der Film handelt von der jungen Rose, gespielt von Allison Williams, die ihren Schwarzen Freund Chris (Daniel Kaluuya) ihrer Familie vorstellen möchte. Zusammen macht sich das Paar auf den Weg zu Rose Familie, die in einem reichen Vorort New Yorks wohnt. Chris ist nervös, aber Rose versichert ihm, dass ihre Familie keinerlei Vorurteile gegen Schwarze Menschen habe. Angekommen wird Chris zunächst freundlich empfangen. Doch der Schein trügt und je mehr bizarre Vorfälle Chris erlebt, umso schneller möchte er dort weg. Der Regisseur Jordan Peele prangert in „Get Out“ den noch heute stattfindenden Rassismus an, der auch von weißen, bürgerlichen Liberalen praktiziert wird. Dabei spielt Peele mit den klassischen Horrorgenre und kreiert einen Film, der einen zum Schreien bringt. 

Ihr wollt noch mehr? Hier geht es zu den 10 besten Filme über starke Frauen.

 Vorschaubild: © dpa

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