20 September, 2019, 16:05

Black Mirror Bandersnatch

Ein Film, der mit euch spielt, wie das Spiel mit seinem Programmierer. In Black Mirror Bandersnatch könnt ihr als Zuschauer*in selbst über die Handlung entscheiden. Wie wird eure Geschichte ausgehen? 

Netflix möchte ein Spiel mit dir spielen

Mit Bandersnatch, der neuesten Geschichte aus der britischen Sci-Fi-Anthologie-Serie Black Mirror, präsentiert uns Netflix einen seiner ersten interaktiven Filme. Ihr folgt nicht mehr nur der Handlung des Films, ihr nehmt Einfluss auf die Geschehnisse der gesamten Geschichte. Wie? Indem ihr an bestimmten Stellen des Mystery-Thrillers zwischen zwei gegebenen Möglichkeiten wählen müsst.

Es ist 1984, als der junge Programmierer Stefan Butler ein neues Videospiel kreiert. Seine Inspiration findet er in einem alten Roman seiner verstorbenen Mutter. „Bandersnatch“, ein Fantasy-Roman, des fiktiven Autors Jerome F. Davies. Noch hat er, und ihr sicherlich auch nicht, keine Zweifel an der Realität, doch das ändert sich. Die Auswahl beginnt mit der Frage, was ihr zum Frühstück essen wollt. Sugar Puffs oder Frosties? Egal, was ihr wählt, mit eurer Antwort werden ihr zum/zur Drebuchautor*in. Habt ihr den ersten Schritt auf einen der miteinander verzweigten Handlungspfade gemacht, nimmt der Film seinen Lauf. Oder doch das Spiel?

Black Mirror Bandersnatch

Dein was? Bandersnatch! Bildquelle: Screenshots Netflix

Der Film spielt mit euch, wie das Spiel mit ihm

Schon vor Beginn des Films müsst ihr euch entscheiden. Wofür? Ob ihr durch ständige Entscheidungen aktiv in den Filmverlauf eingreifen wollt oder den entspannten (und trotzdem manchmal nervenaufreibenden) Genuss des leisen Berieselns vorzieht? Wir gestehen, es dauert einen Moment, oder eher ein paar Entscheidungen, doch hat die Handlung erst einmal Fahrt aufgenommen, braucht es nicht lange und wir schauen uns fragend an: „Wie jetzt? Wirklich?“

Denn plötzlich haben wir unseren Vater getötet und ihn danach zerstückelt. Hätten wir ihn lieber begraben sollen? Mit der Frage noch in Gedanken, stehen wir 20 Minuten später wieder in der Küche unseres Zuhauses und erschlagen unseren Vater ein zweites Mal mit dem Aschenbecher. Wir haben uns falsch entschieden und werden zurückgeleitet, um uns noch einmal zu entscheiden. „Begraben“, eine Wahl, die uns in kürzester Zeit ein weiteres Mal nach dem Aschenbecher greifen lässt. Stefan durchlebt diese Momente mit leichten Abwandlungen immer und immer wieder. Wie in einem Videospiel verlieren wir ein Leben nach dem anderen und dürfen noch einmal neu beginnen. Es ist jedoch nicht so, dass er sich an die vorherigen nicht mehr erinnern kann, es sind Déjà-vus. Bevor es zu der Ermordung kommt, findet er heraus, dass er beobachtet und kontrolliert wird. Dass nicht er die Entscheidungen in seinem Leben trifft. Aber wer dann?

Black Mirror Bandersnatch – Ein bisschen Gott spielen

Es ist das Spiel. Oder Netflix. Vielleicht aber doch wir? Während wir ein wenig Gott spielen, stellt sich uns die Frage: Was, wenn das alles genau so ist? Was, wenn jede unserer Entscheidungen, von jemand anderem getroffen wird? Stefan beginnt den Unterschied zwischen Realität und Spiel zu verlieren. Und wir auch. Nicht er ist der Protagonist des Film, nein, wir selbst spielen die Hauptrolle.

Spoiler-Alarm? Nicht wirklich, denn wir können nur berichten, was wir gesehen haben. Insgesamt hat Netflix mehr als 5 Stunden Filmmaterial gedreht. Die kürzeste Version des Film soll zirka 40 Minuten dauern, die längste hingegen ungefähr zwei Stunden. Aber wie lang euer Film am Ende wirklich ist, hängt von euren Entscheidungen ab. Das Ende? Hier gibt es fünf mögliche Schlussszenarien. Allein in der techandthecity.de Redaktion hat jede*r ihre/seine ganz eigene Geschichte mit anderem Ende gespielt, entschuldiget, gesehen.

Mit Black Mirror Bandersnatch hat Netflix einen gigantischen Hit gelandet. Der interaktive Film hat die Bühne betreten, ob er allerdings ein starker Konkurrent seines linearen Filmpartners wird, bleibt abzuwarten. Und eine weitere Frage bleibt: Wie sicher können wir uns sein, dass es wirklich das Ende war oder vielleicht doch nur ein weiterer Pfad?

Verratet uns, wohin euch euer Pfad geführt hat!

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