20 July, 2019, 13:48

5 Fragen an 3 Women in Tech: Jessica Greene | Ecosia

Anlässlich des Weltfrauentags haben wir drei Women in Tech zum Interview gebeten, um zu erfahren, wie sie selbst den Schritt in die Tech-Branche gewagt haben. Außerdem beantworten sie uns die Frage, was in Deutschland geschehen muss, damit endlich mehr Frauen in Technik und Naturwissenschaften gefördert werden und sie geben uns auch einen kleinen Zukunftsausblick.

Den Anfang macht Jessica Greene, die als Junior Software Developerin bei Ecosia arbeitet.

Warum hast du dich für die Tech-Branche entschieden?

Ich war vorher als Kameraassistentin und als Kaffeerösterin tätig und an beiden Jobs liebte ich, dass man auf kreative Art und Weise Probleme lösen kann. Seit meiner Zeit an der Kunstschule war Programmieren ein Hobby von mir und ich habe Websites erstellt und mit Flash für interaktive Seiten rumgespielt.
Was ich am Tech-Bereich liebe, ist die große Bandbreite an verschiedenen Bereichen, die es abdeckt. Ich persönlich mag vor allem technische Umsetzungen, die einen wirklichen Impact in unserer Welt haben, deswegen ist der Job bei Ecosia mein absoluter Traumjob.

Was ist dein größtes Learning?

Du brauchst viel Zeit und Hingabe, um in der Tech-Branche zu starten. 2017 entschied ich mich dafür, dass ich eine Veränderung brauche und fing noch mal an Programmieren zu studieren. Bis dahin hatte ich mit einigen Onlinekursen experimentiert und ich hatte viel darüber gelesen, dass gerade Quereinsteiger wie ich gute Chancen in der Tech-Industrie haben. Trotzdem war es natürlich total beängstigend einen sicheren Job aufzugeben und nicht zu wissen, woher das nächste Gehalt kommt. Ich hatte zwar Ersparnisse, aber ich war auch sehr froh darüber Support von der deutschen Regierung zu bekommen, die mich dabei unterstützten genug Zeit zu haben, um einige Programmiersprachen zu lernen und ein Portfolio aufzubauen.

Wie schaffen wir es, dass mehr Frauen in der Tech-Branche Fuß fassen?

Traditionell werden in einigen Kulturen, Deutschland und UK ( wo ich aufgewachsen bin) inbegriffen, Frauen eher entmutigt Jobs in der Tech-Branche zu ergreifen. Ich erinnere mich auch daran, dass die Lehrer in der Schule mich eher entmutigt haben, wenn ich mich für Technisches oder Naturwissenschaften interessiert habe. Das alles spielt eine große Rolle dabei, warum mögliche Kandidatinnen keine traditionelle Ausbildung in dem Feld haben. Und das wird bei vielen Jobs immer noch vorausgesetzt, obwohl es genug Beispiele dafür gibt, dass ein IT-Abschluss nicht unbedingt notwendig ist und nicht unbedingt eine*n gute*n Kandidat*in ausmacht. Trotzdem wird vielen Kandidatinnen davon abgeraten sich zu bewerben, wenn ein solcher Abschluss vorausgesetzt wird, auch wenn vielen Firmen die Motiviation und Fähigkeit zum Lernen wichtiger ist.

Deswegen müssen wir in den Schulen anfangen und mehr Mädchen darin bestärken in dieses Feld zu gehen. Es gibt mittlerweile schon tolle Projekte, die genau darauf ausgelegt sind, wie zum Beispiel BBC micro-bit. Zweitens müssen wir unbedingt Jobanwerberinnen mit nicht-traditionellem Background unterstützen. Das geht los beim Wording des Jobangebots bis hin zu eigenen hausinternen Angeboten, die beim Lernen unterstützen. Die Vorteile diverser Arbeits-Teams sind gut dokumentiert und dennoch sehen wir so wenige Women in Tech. Ich denke, das liegt vor allem an den Eintrittsbarrieren, die sich über die Zeit aufgebaut haben und deswegen energisch jetzt wieder abgebaut werden müssen.

Außerdem können Firmen lokale Gruppen, die sich für Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen einsetzen, unterstützen. Ich bin selbst Organistorin einer solchen Gruppe und wir sind immer auf die Unterstützung von Firmen angewiesen, um zum Beispiel Kinderbetreuung zu gewährleisten und eine sichere und freundliche Umgebung für Menschen, die anfangen Mittel und Kontakte zu finden, die sie benötigen.

Was ist deine heimliche Superkraft?

Kommunikation! Es ist entscheidend als Entwicklerin fähig zu sein mit anderen Entwickler*innen auf einer technischen Ebene zu sprechen und gleichzeitig anderen Abteilungen einen guten Überblick zu geben. Diese Skills bringe ich aus meiner vorherigen Arbeit mit und ich übe es weiter durch das Sprechen bei Community Events und auf Konferenzen.

 Was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich freue mich sehr darüber Teil eines dynamischen Teams mit einer progressiven Firmenkultur zu sein. Das gibt einem eine große Möglichkeit für eigenes Wachstum genauso wie das der Firma und seiner Mission. Ich plane weiterhin stark in die lokale Tech-Community involviert zu sein und hoffe, dass ich meine Erfahrung und Postion als Entwicklerin nutzen kann, um mehr Frauen und andere Minderheiten zu bestärken und zu unterstützen den Weg in die Tech-Industrie zu wagen.

Liebe Jessica, vielen Dank für den tollen Austausch und die Ermutigung.

Vorschaubild: © Shane McMillan

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