18 December, 2018, 15:37

Trend Digital Detox – einfach mal abschalten

Wir sind vernetzt – und zwar immer. Die Digitalisierung ermöglicht uns, zu jeder Zeit online zu sein. Das Smartphone dient dabei als Portal zu unzähligen Diensten, Spielen, Apps, Online-Anbietern, die Liste ist endlos.

Auf dem Weg zur Arbeit wird dann mal eben ein neues Paar Schuhe geshoppt, die neuesten News gelesen und nebenbei noch per App mit der ganzen Familie Quizfragen gelöst. All das bereichert unser Leben, aber dieses ständige Konsumieren kann schnell in Stress ausarten. Denn nicht nur die Informations- und Unterhaltungsmedien sind frei verfügbar, sondern die Arbeit klopft auch ständig an. Emails, die beantwortet werden wollen, Anrufe und viele andere Kommunikation-Apps, wie Slack, die ständig nach Aufmerksamkeit rufen. Kein Wunder also, dass sich in den letzten Jahren ein Trend namens Digital Detox entwickelt hat. Insbesondere Menschen, die beruflich mit digitalen Medien arbeiten, sehnen sich nach einer Auszeit und wo kann das besser gelingen, als im wohlverdienten Digital-Detox-Urlaub?

Digital Detox in der Tourismusbranche

Detox, also Entgiften, hat die Tourismusbranche längst für sich entdeckt. Hotels die explizit kein WLAN haben und bei denen der Hotelgast beim Einchecken Handy, Laptop und iPad freiwillig abgibt. Die digitale Abstinenz soll helfen, Stress zu reduzieren und mehr im Jetzt zu Leben, darunter fällt das bewusste Wahrnehmen der Umwelt oder echter sozialer Austausch mit anderen Menschen. Ergänzt wird der Digital Detox oft durch, wer hätte es geahnt, Yoga. Yoga hilft dabei ein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen, was durch den Handy-Entzug verstärkt wird. Prädestiniert dafür sind Orte, wo es sowieso kaum Internetempfang gibt. Wie wäre es also mit einem Ausflug aufs Land oder in die Berge?

Digital Detox Bewegung

Der Trend kommt tatsächlich aus dem Silicon Valley in Kalifornien. 2013 wurde das Camp Grounded das erste Mal angeboten, um Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, eine Auszeit zu ermöglichen. Die Teilnehmer*innen konnten sich bei Aktivitäten, wie Bogenschießen, Malen oder Klettern austoben. Auch in Deutschland gibt es bereits erste Versuche, Camps dieser Art anzubieten. Das Camp Breakout wirbt mit dem Slogan „Ferienlager für Erwachsene – Das Digital Detox Camp“ und möchte allen Teilnehmer*innen genau das anbieten: Eine digitale Auszeit.

Bringt die digitale Abstinenz wirklich was?

Die meisten von uns verbringen tagtäglich mehrere Stunden im Internet. Nur durch vier bis fünf Tage Abstinenz wird sich unser alltägliches Stresslevel dauerhaft nicht senken. Die Abstinenz schafft bestimmt ein Bewusstsein, wie oft wir tatsächlich zum Handy oder iPad greifen; Wer sich jedoch nicht vornimmt, weniger Zeit online zu verbringen, der wird schnell in alte Muster verfallen. Es hilft, sich feste Zeiten einzurichten, um beispielsweise die Mails zu checken oder sich durch andere kleine Änderungen eine handyfreie Zeit einzurichten. Das könnte ein Wecker am Bett sein, der das Handy direkt neben dem Kopfkissen ersetzt, sodass beim Aufstehen nicht gleich der erste Blick auf den Bildschirm wandert. Es gibt Apps, die das eigene Nutzungsverhalten analysieren und dadurch helfen, weniger aufs Handy zu starren. Moment (nur für iOS erhältlich) ist so eine App, die im Hintergrund läuft und nach einem Zeitlimit einen Alarm-Sound ertönen lässt.

Ich bin noch nicht an den Punkt angekommen

Mein Smartphone ist mein täglicher Begleiter (ich starre wirklich sehr häufig auf den kleinen Bildschirm) und ohne würde ich mich sehr abgekapselt von der Welt fühlen. Ob mein Leben dadurch stressiger ist? Ich glaube nicht. Vielleicht kommt das noch, dann fahre ich einfach meine Familie im Sauerland besuchen, denn da gibt es (fast) keinen Internet-Empfang – mein ganz persönliches Digital Detox Camp. Und falls es mir doch mal in den Finger juckt, dann hilft ein Spaziergang aus dem Tal hinaus auf den nächsten „Berg“, dort habe ich dann doch noch eine funktionierende Internetverbindung.

Digital Detox

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