15 December, 2018, 06:33

TechTastic – News des Monats

Neues Jahr, neue Tech-News. Wir haben die heißesten Neuigkeiten aus dem Januar für euch. Viel Spaß!

Rechte Elite im Silicon Valley?

Auch wenn die Tech-Branche als besonders liberal gilt, gibt es leider auch hier schwarze Schafe. In einem Beitrag des Deutschlandfunk Nova wurde vor kurzem über Techies mit rechtem Gedankengut im Silicon Valley diskutiert. Sie glauben an die Überlegenheit der Weißen, finden das Frauenwahlrecht überflüssig und Homosexualität abnormal. Im Gespräch erzählt Adrian Daub von der Stanford University von seinen Vermutungen, wie es zu diesen elitären Gruppierungen kommen konnte: „Möglicherweise haben die Tech-Nerds zu Highschoolzeiten unter den Sportlern gelitten und haben sich deshalb einen Panzer aus Star-Trek- und Simpsons-Witzen zugelegt.“

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist besonders vor dem Hintergrund des Standorts gefährlich. Im Silicon Valley werden von Tech-Nerds jährlich Unmengen an Daten über uns gesammelt und niemand kann sagen, was damit passiert. Ebenfalls spricht Daub über die Entwicklung der rechten Szene im Internet. Inzwischen hat nämlich auch sie verstanden, wie man Menschen in sozialen Netzwerken oder Foren von seinem Gedankengut überzeugen kann. Über ein ähnliches Phänomen während des deutschen Wahlkampfs hatten wir euch bereits an dieser Stelle berichtet. Hier könnt ihr euch den ganzen Beitrag von Deutschlandfunk Nova anhören.

Blick auf San FranciscoFoto: Unsplash

Amazon Go eröffnet den ersten Supermarkt ohne Kasse und wir finden das fragwürdig

Ich hasse einkaufen und bestelle die meisten Lebensmittel deshalb grundsätzlich online. Nur samstags schlendere ich gerne über den Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz und besorge neue Blumen oder regionale Produkte. In den USA hat jetzt der erste Supermarkt eröffnet, der das Schlangestehen an der Kasse obsolet und mir das unliebsame Einkaufen zumindest ein bisschen bequemer macht. Bei „Amazon Go“ können Besucher direkt den Laden verlassen und zahlen einfach automatisch per App.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Im Shop hängen unzählige Kameras, die die Aktivitäten der Kunden mitschneiden. Außerdem sind die Regalböden mit Waagen versehen, die wiederum mit den Kameras gekoppelt sind. Nehmt ihr ein Produkt aus dem Regal, wird es gleichzeitig in euren virtuellen Warenkorb gelegt. Die Idee ohne Schlangestehen finde ich zwar gut, die Überwachung beim Einkaufen jedoch sehr fragwürdig. Nicht nur, dass man auf Schritt und Tritt von den Kameras verfolgt wird, Amazon erhält somit auch einen riesigen Einblick in euer Kaufverhalten. Klar, dass diese Daten auch gesammelt werden. Big Brother is watching you?

Interessanterweise braucht der Supermarkt in Seattle übrigens mehr Mitarbeiter als ein normaler Shop mit Kassen. Dass durch die Digitalisierung Arbeitsplätze wegfallen, trifft in diesem Fall also nicht zu. Hier lest ihr mehr zum Thema.

Kühlregal im SupermarktFoto: Unsplash

Alexa ist jetzt Feministin

Ich bin zwar noch nicht auf die Idee gekommen, aber manche Menschen scheinen ihre Sprachassistenten gerne zu beschimpfen. Zum Beispiel mit dem Wort „Schlampe“. Lustig? Finden wir nicht, und Alexa findet das auch nicht mehr. Auf sexistische Ausdrücke reagiert Amazons virtuelle Assistentin jetzt mit den Antworten: „Das ist aber nicht nett von dir“ oder „Darauf antworte ich nicht“. Ich habe es übrigens gerade bei unserem Google Home ausprobiert: „Hey Google, bist du eine Schlampe?“. Als Antwort kam: „Das will ich natürlich nicht sein“. Auch sie scheinen also an dem Problem gearbeitet zu haben. Beide Sprachassistentinnen bezeichnen sich selbst inzwischen sogar als Feministinnen.

Die Fakten über Sexismus bei Smart Home Geräten fand das Onlineportal Quartz im vergangenen Jahr bei einer Untersuchung heraus, in der Journalistin Leah Fessler verschiedene Sprachassistenten auf Beleidigungen und sexuelle Annäherungen getestet hat. Dabei bemerkte sie, dass eindeutige Fragen vor allem mit ausweichenden oder bestätigenden Aussagen beantwortet wurden. Etwa ein Jahr später hat Amazon diese Antworten nun für einige Fälle angepasst. Damit möchte das Unternehmen laut einer Sprecherin dazu beitragen, dass negative Stereotype über Frauen nicht verstärkt würden. Finden wir lobenswert! Zum ausführlichen Artikel auf Zeit Online geht’s hier entlang.

Sprachassistent Alexa im Wohnzimmer

Google als Chanel der Tech-Industrie

Smartphone als Fashion-Accessoire? Aber bitte! Zwar wollen wir bei unserem kleinen Begleiter immer die neueste Technik haben, das Aussehen ist uns jedoch ebenfalls super wichtig. Genau darauf reagiert Google mit seinen neuen Pixel-Phones. Laut einem Gespräch mit wired.de plant Googles Chefdesigner Alberto Villarreal, die Geräte als Modemarke zu etablieren: „Beim Pixel 2 haben wir uns von Mode beeinflussen lassen – die weichen Pastelltöne und dass alle Farben Ton in Ton sind. Das gesamte Telefon hat denselben Blauton, aber weil es aus verschiedenen Materialien besteht, wirken die Farben leicht unterschiedlich. Alles wirkt ruhig, aber mit einem Hauch von Farbe. Das orientiert sich an aktuellen Kleidungstrends. Die Nachrichten und die Welt sind oftmals negativ. Deshalb versuchen Menschen, durch ihre Kleidung mehr Ruhe, Positivität und Optimismus auszustrahlen. Diesen Trend übertragen wir in unsere Produkte.“ Super spannend! Das gesamte Interview findet ihr hier.

Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XLFoto: Google

ADAC und door2door starten Ridesharing-Service in Berlin

Ihr habt keine Lust mehr, ständig auf die Bahn zu warten? Wie wäre es mit einem Fahrservice der besonderen Art: Ab sofort könnt ihr euch jeden Freitag und Samstag von 17 bis 1 Uhr vom „allygator shuttle“ gemeinsam mit anderen Fahrgästen durch Berlin cruisen lassen – und zwar überall innerhalb des S-Bahn-Rings. Das Angebot kommt vom ADAC in Zusammenarbeit mit door2door und fährt euch mit 25 teils elektrischen Fahrzeugen durch die Stadt an euer persönliches Wunschziel. Durch das Teilen mit anderen Mitfahrern spart ihr nicht nur Geld, sondern schont gleichzeitig die Umwelt. Pluspunkt: In der Pilotphase stehen die allygator shuttles allen Nutzern kostenlos zur Verfügung. Dafür müsst ihr einfach nur per allygator-App eine Fahrt buchen und schon kann es losgehen. Worauf wartet ihr noch?

Bus von Allygator FahrserviceFoto: door2door

Event-Tipp: Berlin Retro Game Slam

Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp für die Zocker*innen unter euch: Ende Februar findet in Berlin der Retro Game Slam statt. Gespielt werden schöne Dinge wie Tetris, Street Fighter II, Mario Kart oder Super Bomberman – jedenfalls nur Games, die vor 1993 erschienen sind. Lust auf ein Battle? Dann schaut am 24. Februar im Comedy Café Berlin vorbei. Hier geht es zum Facebook-Event.

Share