16 October, 2018, 04:03

Women in Tech: Lou de Bètoly x Urbanears

Wenn Technik, Mode und Kunst aufeinandertreffen, dann kann nur etwas Schönes dabei herauskommen. So auch bei der Kollaboration zwischen der französischen Designerin Lou de Bètoly und dem skandinavischen Kopfhörerhersteller Urbanears, die mit einem gemeinsamen Projekt hörbare Kunst nach Berlin gebracht haben. Pünktlich zum Launch des Plattan 2 Bluetooth hat die Designerin die charakteristischen Urbanears-Textilkordeln in tragbare Stücke verwandelt und mit dem neuen Kopfhörer kombiniert.

Der Grund? Die aktuellen Modelle versprechen kabelloses Hörvergnügen von über 30 Stunden und brauchen deshalb keine Kabel mehr. Eine schöne Idee, das Material in Form von Mode zu recyceln. Lou de Bètoly ist bekannt für die enge Verknüpfung ihrer Arbeit mit verschiedenen Gefühlswelten wie Chaos, Surrealismus und Extravaganz. Mit ihren Entwürfen schafft es die Designerin, die Urbanears-Kabel neu zu interpretieren und ihnen ein ganz eigenes Flair zu geben.

Im Interview erzählt sie uns mehr über ihre Inspiration, wie sie die Arbeit mit dem ungewöhnlichen Material empfunden hat und welche Rolle für sie Musik beim Designprozess spielt.

Lou de Bètoly x Urbanears

Tech and the City: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Urbanears?

Lou de Bètoly: In Schweden hat Urbanears die Kollaboration mit Sandra Backlung gestartet und dann auch in Berlin einen Designer gesucht, mit dem sie das Projekt fortsetzen können. Ich habe mich natürlich sehr über die Zusammenarbeit gefreut, weil es um ein so ungewöhnliches Material geht. Außerdem mochte ich die Herausforderung, an etwas ganz anderem zu arbeiten, als was ich normalerweise tue.

TATC: Woher kam die Inspiration für deine Designs?

LB: Weil das Kabel sehr steif und starr war, habe ich mich entschieden, an Accessoires zu arbeiten und die Designs sehr frei anzugehen, weil die Stücke nicht dafür gemacht sind, täglich getragen zu werden. Also habe ich die Idee von Fashion Accessoires entwickelt und diese fast wie Objekte herausgearbeitet.

TATC: Was hast du mit dem Material assoziiert, als du zum ersten Mal damit gearbeitet hast?

LB: Ich kann nur sagen, dass es wirklich sehr einzigartig war.

TATC: Welche Unterschiede hat das Kabel zu anderen Materialien?

LB: Das Kabel ist eigentlich nicht dafür gemacht, um zu Kleidung verarbeitet zu werden. Das hat es besonders interessant gemacht, damit zu stricken – es war, als würde man Accessoires in 3D herstellen.

 

TATC: Hat Musik während des Designprozesses eine Rolle gespielt?

LB: Musik spielt immer eine bestimmte Rolle!

TATC: In welchen Situationen nutzt du selbst Kopfhörer?

LB: Wenn ich mit dem Flugzeug reise, wenn ich Joggen gehe und wenn ich zu Hause einen Film schauen will und mein Freund im Raum nebenan laut ist.

TATC: Wo siehst du Synergien zwischen Mode und Technik? Wie können beide interagieren?

LB: In der Sportwear, also wenn Kleidung eine spezifischere Funktion hat. Sie können beide interagieren, wenn das Gewebe wirklich interaktiv wird, zum Beispiel indem es die Temperatur regelt.

TATC: Glaubst du, dass Smart Fashion in naher Zukunft eine größere Rolle spielen wird?

LB: Ich glaube schon, in bestimmten Bereichen wie dem Sport. Ansonsten ist es schwierig, das vorauszusehen. Menschliche Wesen handeln oft sehr paradox – auf der einen Seite wollen sie immer mehr neue Technologien, auf der anderen Seite besinnen sie sich zurück.

TATC: Was sind deine Lieblingsapps?

LB: Die Wetter-App und WhatsApp.

TATC: Welches technische Gerät muss deiner Meinung nach noch erfunden werden?

LB: Der Pianocktail von Boris Vian.

Vielen Dank für das Interview, liebe Lou! Den Plattan 2 Bluetooth findet ihr online unter urbanears.com sowie weltweit bei ausgewählten Händlern. Die Kopfhörer kosten 99 Euro und sind in den fünf klassischen Urbanears-Farben erhältlich: Schwarz, Dunkelgrau, Indigo, Tomato und Weiß.

Fotos: Urbanears

 

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