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Liquid Galaxy

Liquid Galaxy

Saroo Brierly hat als kleiner Junge seine Familie in Indien verloren. Die Frage nach seiner Herkunft hat ihn lange Zeit gequält. Dank der Technologie von Google Earth hat er seine Mutter und Schwester nach 25 Jahren endlich wieder gefunden.

Mit der Liquid Galaxy kann man die verschiedensten Landschaften, Städte, den Meeresgrund und sogar die Kraterlandschaften des Mondes in einer flüssigen Bewegung erkunden und ranzoomen. Oder, wie in Saroos Fall, die Bahnstrecken Indiens und ihre umliegenden Dörfer überfliegen.

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Sechs riesige, im Kreis angeordnete Screens ermöglichen innerhalb von Sekunden einen Rundumblick auf alle Teile dieser Erde. Die Liquid Galaxy schafft die optimalen, technischen Voraussetzungen, um Google Earth zu einem besonders eindrucksvollen Erlebnis zu machen. Saroos Suche wurde jetzt mit Lion – der lange Weg nach Hause verfilmt.

Die Geschichte von Saroo beginnt an einem Tag in seiner Heimatstadt. Sein Bruder lässt ihn ein paar Stunden allein am Bahnhof zurück, wo Saroo nach Essensresten oder Münzen sucht und unglücklicherweise, müde vor Erschöpfung, in einem haltenden Zug einschläft.

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Nach einer traumatischen Zugfahrt findet sich der Fünfjährige am anderen Ende des Kontinents, in Kalkutta, wieder. Ganz allein schafft er es auf den gefährlichen Straßen dieser Stadt zu überleben und kommt schließlich in ein Waisenhaus.

Einige Zeit später wird er von einem Ehepaar aus Australien adoptiert und wächst in einem liebevollen Zuhause auf. Als Erwachsener lebt Saroo mit seiner Freundin in Melbourne. Er ist beruflich erfolgreich und könnte eigentlich rundum glücklich sein, aber die Frage nach seiner Herkunft lässt ihn nicht los.

Nacht für Nacht sucht er auf Google Earth die anliegenden Dörfer der Bahnstrecken Indiens ab, zoomt auf hunderte Bahnhöfe und sucht nach Hinweisen und Erinnerungen. Als er eigentlich schon aufgeben will, findet er ein Dorf, das in seine Erinnerungen passt. So findet er nach all den Jahren seine leibliche Mutter und seine kleine Schwester tatsächlich wieder.

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Saroo and Mother - Photo courtesy The Brierley Family

Nach der Filmvorführung ist Saroo Brierly selbst auf der Bühne und erzählt von seinen Nachforschungen mit Google Earth. Die Liquid Galaxy mit ihren großen Bildschirmen veranschaulicht seine Suche auf beeindruckende Weise. Während Saroo vor uns routiniert auf der Karte navigiert, verliert sich mein Blick auf den Monitoren und für einen Moment wirkt es so, als würde ich über Indien fliegen.

Liquid Galaxy wurde von Google-Entwicklern konzipiert und 2010 als Open Source Projekt jedem zugänglich gemacht. Zu Beginn war die Erde lediglich aus der Vogelperspektive zu betrachten, inzwischen ist auch eine 3-D-Ansicht möglich. Seit 2015 gibt es immer mehr deutsche Städte in 3-D zu entdecken. Eine Timelapse-Funktion bietet die Möglichkeit, die Veränderungen unserer Welt zu beobachten, so zum Beispiel stetig wachsende Großstädte, bei denen die Bauprojekte wie Pilze aus dem Boden schießen oder die Gletscherbewegungen in der Arktis.

Spannend, was mit der modernen Technik alles möglich ist und sein wird. Wir bleiben dann und legen euch jetzt erst einmal den Film Lion – der lange Weg nach Hause ans Herz – sechs Oscarnominierungen hat er bereits und wir drücken die Daumen für den Academy Award!

SB1 - Photo courtesy The Brierley Family

Alle Bilder: Universum Film, Foto: James Coldrey

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