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Women in Tech: Lea Bauer von Udemy

Women in Tech: Lea Bauer von Udemy

Lea Bauer von Udemy

Als ich noch zur Uni gegangen bin, waren vor allem Zusatzqualifikationen wie Fremdsprachen, Photoshop oder InDesign angesagt. Als angehende Kulturwissenschaftlerin kam es mir nie in den Sinn, auch mal ein Seminar wie Programmieren zu belegen. Wozu auch? Letztendlich bin ich allerdings in der Onlinebranche gelandet und muss zugeben, dass ein paar (mehr) Grundkenntnisse in HTML und Co. zumindest nicht schaden könnten. Meinen Kindern würde ich diese Skills mittlerweile auf jeden Fall ans Herz legen, denn sie sind heute gefragter denn je.

Dass Coding als Sprachkompetenz von morgen gilt, meint auch Lea Bauer. Die Münchnerin ist Head of German Market bei Udemy, mit rund 45.000 Onlinekursen eine der größten E-Learning-Plattformen weltweit. Im Interview erzählt sie uns mehr über digitales Lernen, ihren eigenen Werdegang in der Tech-Branche und weshalb Programmieren in Zukunft immer wichtiger wird.

Tech and the City: Wie lernt man mit Udemy?

Lea Bauer: Udemy ist ein Marktplatz für Online-Kurse. Als Lernender suche ich mir im Katalog einen Kurs aus, der mich interessiert. Sobald ich ihn gekauft habe, habe ich unbegrenzten Zugriff auf die Lerninhalte per Videolektion – sowohl mobil als auch auf dem Desktop. Wie schnell ich die Kursinhalte durcharbeite ist mir jeweils selbst überlassen.

TATC: Welche Kurskategorien sind bei Frauen besonders beliebt?

LB: Generell sind auf Udemy technische Themen wie Web Development am beliebtesten, und das gilt für Männer wie für Frauen. Darüber hinaus interessieren sich Frauen mehr als Männer für Kurse, die mit persönlicher Veränderung zu tun haben, wie zum Beispiel Produktivität oder Fotografie.

TATC: Weshalb werden Kompetenzen wie Programmieren in Zukunft immer wichtiger?

LB: Programmieren ist das Englisch der Zukunft! Jeder wird eine gewisse Basiskompetenz in Programmiersprachen brauchen, um technische Entwicklungen nachvollziehen zu können und um im Job wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Jobs werden durch Automatisierung verloren gehen – die, die bleiben, werden höchstwahrscheinlich mit der Kommunikation mit Computern zu tun haben.

TATC: Kann mit Udemy jeder Coden lernen – auch ohne Vorkenntnisse?

LB: Natürlich, dazu ist Udemy super geeignet, vor allem da man wirklich in der eigenen Geschwindigkeit Lernen kann. Wir empfehlen zum Beispiel “7-Tage Entwickler Challenge – Einstieg in die Programmierung”, das ist ein hervorragender Kurs für Anfänger!

TATC: Wie hoch ist die Nachfrage von Frauen bei diesen Kursen? Gibt es eine steigende Tendenz?

LB: Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind Tech-Themen Spitzenreiter auf Udemy. Alles was mit Technik und Programmierung zu tun hat wird sehr stark nachgefragt.

TATC: Du arbeitest selbst schon lange in der Tech-Branche. Kannst du uns ein wenig über deinen Werdegang erzählen?

LB: Ich habe in London Anthropologie studiert und dann in Hamburg einen MBA in Media Management gemacht, mit dem Ziel, im Film zu arbeiten. Während des MBAs habe ich die Tech-Branche für mich entdeckt und bin dort dann nach einem kurzen Abstecher in den Dokumentarfilm bei Google gelandet. Dort habe ich fast fünf Jahre lang Google Play, und im speziellen Books on Google Play in Deutschland und anderen Ländern aufgebaut.

TATC: Warst du öfter mit Schwierigkeiten konfrontiert, weil du eine Frau bist?

LB: Natürlich gab es in meinem Berufsleben manchmal Situationen von denen ich denke, dass ich sie als Mann so nicht erlebt hätte. Mit richtigen Schwierigkeiten wurde ich bislang aber noch nicht konfrontiert.

TATC: Wie kann man deiner Meinung nach mehr junge Frauen dazu ermutigen, in IT-Berufen zu arbeiten?

LB: In der IT-Branche arbeiten generell viele Frauen. Wichtig wäre, dass sich junge Frauen auch an technische Berufe ran trauen. Weibliche Vorbilder können da sicher etwas bewirken. Ich glaube aber, dass auch die Medien eine wichtige Rolle spielen – solange Stock-Fotos beim Stichwort “Programmierer” hauptsächlich Männer zeigen, wird sich das Bild auch in den Köpfen nicht ändern! Medien haben meiner Meinung nach die Aufgabe, in dieser Hinsicht auf Ausgewogenheit zu achten.

TATC: Ohne welches technische Gerät kannst du nicht leben?

LB: Mein Handy natürlich! Im Zweifelsfall kann ich damit auch meinen Laptop ersetzen.

TATC: Was sind deine 3 Lieblingsapps?

LB: Reuters für News, Pocket Casts für Unterhaltung und Lyft für Transport.

 

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