16 October, 2018, 04:08

Arbeit im Homeoffice – Fluch oder Segen?

„Also ich könnte das ja nicht“, sagten mir die meisten Menschen, denen ich im letzten Jahr erzählt habe, dass ich ab sofort im Homeoffice arbeiten würde. Für die einen bedeutet diese Form der Arbeit absolute Freiheit, andere haben Angst davor, am heimischen Schreibtisch zu vereinsamen. Mobile Arbeitskonzepte werden in Zukunft jedoch eine immer größere Rolle spielen, schließlich können sie die sogenannte Work-Life-Balance erheblich verbessern und für mehr Flexibilität im Alltag sorgen. Wie wichtig das Thema in den kommenden Jahren wird, zeigt auch die folgende Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Samsung, über die wir mit euch gerne diskutieren würden.

Schreibtisch im Homeoffice mit Laptop

Studie: Konzepte der mobilen Arbeit

Mehr Mitarbeiterzufriedenheit, Flexibilität und Produktivität

Kosteneffizienz und Produktivitätsdruck werden in der Arbeitswelt von morgen steigen – davon gehen sowohl gut 40 Prozent der befragten Führungskräfte als auch Mitarbeiter aus. Mobile Arbeitskonzepte können dazu beitragen, diese Anforderungen zu erleichtern, indem sie für größere Flexibilität, Produktivität von unterwegs und mehr Mitarbeiterzufriedenheit sorgen. Immerhin 73 Prozent der befragten Führungskräfte stufen mobile Arbeitskonzepte für ihr Unternehmen als relevant ein, 40 Prozent sogar als sehr relevant. Etwas anders sieht es bei den Mitarbeitern aus. Zwar schätzt die deutliche Mehrheit das Thema als wichtig ein, als wesentlichen Faktor sehen es jedoch nur 23 Prozent der Befragten. Woran liegt das?

Keine Trennung von Privat- und Berufsleben

Bei über der Hälfte der Mitarbeiter sind flexible Arbeitskonzepte wie Homeoffice bereits im Unternehmen etabliert. In den kommenden Jahren erwarten Führungskräfte einen noch bedeutenderen Wandel hin zu flexibleren Arbeitszeiten (54 Prozent) und mehr Arbeit von zu Hause aus (46 Prozent). Auch wenn der Ausgleich von Arbeit und Freizeit im Homeoffice von 70 Prozent der Befragten als größter Vorteil gesehen wird, fürchten Mitarbeiter im Hinblick auf mobile Arbeitskonzepte die Vermischung von Privat- und Berufsleben (31 Prozent). 19 Prozent der Befragten fehlt bei dieser Arbeitsform außerdem der persönliche Kontakt zu Kollegen. Fast 45 Prozent meinen, dass dieser Austausch besonders wichtig ist und dass es Aktivitäten gibt, die nur gemeinsam im Team erledigt werden können. Lediglich zwei Prozent haben Angst davor, dass ihre Produktivität im Homeoffice sinken könnte. Außerdem denkt fast ein Viertel der Mitarbeiter, dass sie schlechter bewertet werden als diejenigen Kollegen, die im Büro anwesend sind.

Gleiche Leistungsbewertung in Büro und Homeoffice  

Die Umfrageergebnisse der Führungskräfte beweisen das Gegenteil: Nur sechs Prozent sehen die mangelnde Kontrolle der Mitarbeiter als Problem. 85 Prozent geben an, dass sie die Arbeit ihrer Mitarbeiter im Homeoffice genauso gut bewerten können wie vor Ort. 80 Prozent widersprechen außerdem der Aussage, dass beim mobilen Arbeiten Kreativität und Austausch im Team verloren gehen. Nachteile sehen sie vielmehr in puncto Datensicherheit: Sicherheitsbedenken sind für sie die größten Herausforderungen bei mobilen Arbeitskonzepten.

Detailaufnahme Schreibtisch

Wie ist eure Meinung zum Homeoffice?

Fun Fact: Während ich diesen Artikel tippe, sitze ich im Homeoffice und könnte darüber gerade nicht glücklicher sein. Denn heute ist einer dieser ganz grauen Herbsttage mit Regen und Nebel und ich freue mich sehr, dass ich bei diesem Wetter nicht vor die Tür muss. Ich denke viel zu selten darüber nach, aber für mich ist diese Art zu Arbeiten wirklich ein Luxus. Ich kann zu Hause bleiben, ich kann in meinen Coworking-Space gehen, ich kann mich mit den anderen Girls von Tech and the City im Büro treffen oder ganz einfach auf meinen Reisen von unterwegs aus arbeiten. Als Freelancer hat man natürlich andere Freiheiten als in einer Festanstellung, dennoch wird es in den nächsten Jahren sicherlich einige Überschneidungen und neue Möglichkeiten für beide Seiten geben.

Jetzt seid ihr gefragt: Arbeitet ihr gerne im Homeoffice oder geht ihr lieber ins Büro? Habt ihr überhaupt die Möglichkeit, ab und an von zu Hause zu arbeiten? Und wie sieht für euch der Job der Zukunft aus? Wir sind gespannt auf eure Meinungen und freuen uns auf eine offene Diskussion!

Share

One Ping

  1. Pingback: Auf Reisen effektiv arbeiten - so klappt's

8 Comments

  1. Sophie

    In der Mischung liegt die Kraft…
    Mal zu Hause die Wäsche parallel waschen und auf ein Päckchen warten und mal in der Bürogemeinschaft das soziale Leben und eine Kaffeepause mit Kollegen zelebrieren. Beides toll.
    Noch toller: Auch mal von Reisen arbeiten, wenn man remote arbeiten kann in seinem Job. So kann man den Urlaub verlängern und trotzdem ab und an arbeiten. Alles, was beliebt, ist super.
    Ich würde mich auf keine feste Variante mehr festlegen.

  2. Simone

    Ich liebe beides! Es gibt solche und solche Tage! An manchen Tagen ist es viel sinnvoller im Büro zu sein und effektiver. Es ist schön sich mit Kollegen auszutauschen und gemeinsam zu arbeiten. Es gibt aber auch Aufgaben, für die Home Office am besten ist, weil man einfach Ruhe und Konzentration braucht.
    Eine Kombination ist perfekt und macht mich happy!

  3. Tamara

    „Auch wenn der Ausgleich von Arbeit und Freizeit im Homeoffice von 70 Prozent der Befragten als größter Vorteil gesehen wird, fürchten Mitarbeiter im Hinblick auf mobile Arbeitskonzepte die Vermischung von Privat- und Berufsleben (31 Prozent).“ Ich finde das ist jetzt schon so – dann kann man es auch durch die „offizielle“ Version Home Office mit normaler Büroarbeit gleichstellen.

  4. franzi

    bei mir führt home office (leider nur) zu einer blitzblanken wohnung und ausgemisteten schränken. dann sitze ich am ende zwar in einer tippitoppi bude, arbeitstechnisch ist das jedoch eher unproduktiv… 😆

  5. Leo K.

    Ich bin ein sehr großer Freund von der strikten Trennung zwischen Privat- und Berufsleben. Daher arbeite ich lieber im Büro als zuhause. Denn es gelingt mir ziemlich gut, den Job im Büro zu lassen wenn ich nach Hause gehe. Zur Zeit bin ich jedoch auch regelmäßig im Homeoffice und ja, es hat natürlich auch seine Vorteile. Ich könnte mir aber derzeit nicht vorstellen ausschließlich bzw. zu großen Teilen von zu Hause aus zu arbeiten. Das ginge in meinem Job auch gar nicht – ich bin auf den Austausch mit meinem Team angewiesen und das geht wirklich am besten persönlich.

  6. Mael

    Ich bin ein riesen Fan von Home Office. Klar bin ich gerne unter Kollegen und es ist auch sehr schön mal wieder das Haus zu verlassen. Doch ich will nicht ständig für jede Kleinigkeit gleich einen ganzen Urlaubstag verlieren. Zum Beispiel, wenn man einen Arzttermin hat. Für 2h gleich einen ganzen Urlaubstag verlieren? Wenn ich da zwei Stunden rumhocken muss, dann nehme ich lieber meinen Laptop mit und erledige noch schnell einige Sachen vom Wartezimmer aus. Außerdem finde ich, dass es von einer gesunden Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zeigt. Ich hätte keine Lust einen Chef zu haben der mir ständig misstraut, dann wäre ich da auch nicht von langer Dauer.

  7. Tina

    Wie so oft im Leben macht’s die richtige Mischung. Für Aufgaben Wie Konzeptarbeit, Schreiben oder Korrigieren liebe ich die Möglichkeit, daheim zu arbeiten. Da habe ich einfach mehr Ruhe. Oft brauche ich aber auch kreativen Austausch oder habe Termine in der Firma, die meine Arbeit ausmachen und bereichern.
    Wichtig ist, dass der Chef einem Vertrauen entgegenbringt, und dass der Mitarbeiter das Vertrauen auch verdient.

  8. Mommo

    Also ich bin der typische Büroarbeiter. Das liegt jedoch sicher daran, dass ich Gewohnheitstier bin. Ich brauche morgens das Ritual mich auf den Weg zu machen und auf dem Weg den Tag zu durchdenken. Man ordnet sich, plant und setzt Prioritäten. Gibt es keinen Weg, fällt all das weg.. und macht sich mit etwas Pech negativ im Ergebnis bemerkbar. Ich bin da leider etwas gefangen in meinen Abläufen. Ich hatte eine Phase, wo ich mehrere Wochen im Home Office arbeiten musste und war froh, als ich wieder in ein Büro konnte. Es ist nicht mal so, dass die Qualität der Arbeit an sich leidet, nur bin ich viel zerstreuter, unkonzentriert und Abends meist völlig platt dadurch. Mit dem Hund gehen oder zum Bäcker laufen hat irgendwie nicht die selbe Wirkung.. Vielleicht habe ich da auch irgendwie einen Knacks 😀

    Generell ist aber ein Tag zu Hause zu arbeiten als Abwechselung natürlich immer mal gern gesehen.