Die Bio-Urne für Zuhause – makaber oder schön?

Die Bio-Urne für Zuhause – makaber oder schön?

Diese Erfindung erweckt Leben, wenn andere sterben: Die Bios Urn.

Dabei handelt es sich um eine Urne, die aus Kokosnussschalen, komprimiertem Torf und Zellulose zusammengesetzt ist. Diese wird zum größten Teil mit der Asche eines verstorbenen gefüllt, mit Erde aufgeschüttet und schließlich mit einem Samen versehen. So entsteht ein Baum, mit dem ein neuer Kreislauf des Lebens beginnt.

Bios Urn

Friedhöfe in Wälder verwandeln

Die Idee an sich ist gar nicht so neu: Waldfriedhöfe wie FriedWald® und RuheForst® bieten schon seit längerem Baumbestattungen an. Seit über zehn Jahren sind sie in Deutschland vertreten. Hier wählt man einen Baum aus, an dem man beigesetzt werden möchte.

Die Bio Urn kann ebenfalls einfach in die Erde eingepflanzt werden, da sie komplett biologisch abbaubar ist und sich zersetzt. Welche Baumart aus der Asche wachsen soll, kann man sich anhand der Samen aussuchen. Für die Zukunft könnt ihr euch also überlegen, ob einmal ein Ahorn aus euch werden soll, eine Eiche oder doch lieber eine Birke?

Sobald sich die Urne zersetzt hat, sprießen Wurzeln aus dem Samen und diese verbinden sich mit der Asche – das neue Leben beginnt. Nach dem spanischen Hersteller Estudiomoline ist der Tod nämlich nichts als ein Wort und das Einzige, was echt ist, ist das Leben.

Bios Incube

Der Bios Incube

Die Idee von der Bios Urn wurde mittlerweile zu dem Bios Incube weiterentwickelt. Dieses System besteht aus drei Komponenten: Der Bios Urn, dem Bios Incube und einer App!

Das Prinzip funktioniert dann folgendermaßen: Die Urne wird in den Bios Incube gepflanzt und dieser wird mit Wasser gefüllt. Nun wird ein Sensor aufgelegt, der die Temperatur und die Wasser- und Lichtverhältnisse misst. Jetzt wächst der Baum und der Benutzer kann alle Informationen über die App einsehen.

Weil in Deutschland ein strenger Friedhofszwang herrscht, ist die Biourne bei uns leider nicht nutzbar. Einzig in Bremen darf Asche seit 2015 im Garten verstreut werden, wenn sowohl der Verstorbene als auch der Grundstückbesitzer damit einverstanden sind. Ein anderer legaler Weg, der der Idee von Bios Incube gleicht, sind die Baumbestattungen des Unternehmens Tree of Life aus Sachsen Anhalt. Sie betreibt Baumschulen im benachbarten Ausland, in denen die Asche von Verstorbenen mit Erde gemischt und zusammen mit einem kleinen Baum eingestopft wird. Dieser wird dann zurück nach Deutschland importiert.

Es scheint, als würde zum modernen Leben auch eine modernisierte Form des Todes gehören. Ob einem dies zusagt oder nicht, liegt nur im eigenen Empfinden. Die Idee, nach dem Tod in einem Baum weiterzuleben, klingt auf jeden Fall sehr romantisch.

Bios

Fotos: Bios Urn

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